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14.04.2008 | 09:14

Gentech-Gegner besetzen Feld bei Northeim

 
In den frühen Morgenstunden des letzten Samstags hat eine Gruppe von 15 Personen einen Acker bei Northeim besetzt, auf dem der Anbau von gentechnisch veränderten Zuckerrüben vorgesehen ist. Verantwortlich für diesen Versuchsanbau ist die KWS Saat AG mit Sitz in Einbeck. "Wir wollen durch unsere Besetzung verhindern, dass hier Gen-Rüben angebaut werden," erklärte Robin Brand, Gemüsegärter und einer der Besetzer. "Schon 1998 konnte durch die Besetzung eines KWS-Versuchsfeldes die Aussaat von Gen-Pflanzen verhindert werden.
"Wir hoffen, dass auch die KWS einsieht, dass ihre Gentec-Experimente ein Ende haben müssen. Es gibt einfach zu viele ungeklärte Risiken", so Christian Pratz, der in Witzenhausen Landwirtschaft studiert. "Wenn Firmen wie die KWS trotz der Ablehnung in der Bevölkerung Gentechnik-Versuche durchführen, müssen sie mit Protest rechnen. Wir glauben den falschen Versprechungen der Gentechnik-Industrie nicht mehr und wir wollen es nicht länger hinnehmen, dass unumkehrbare Tatsachen geschaffen werden," heißt es in einer Pressemitteilung der sogenannten „Gendreck-weg-Gruppe“.
Mit ihrer Kritik an der Freisetzung dieser Rüben sind die Besetzer nicht allein: Kurz nach der Bekanntgabe des Vorhabens wurde im Stadtrat von Northeim im Dezember 2007 eine Resolution gegen die geplanten Freisetzungsversuche verabschiedet.
Die KWS Saat AG berichtete dagegen in einer Pressemitteilung, dass die Feldbesetzer die Umzäunung aufgeschnitten haben und sich auf dem für den Versuchsanbau von gentechnisch veränderten Zuckerrüben vorgesehenen Feld niedergelassen haben. Die Gruppe habe die wiederholte Aufforderung von örtlichen Polizeibeamten ignoriert, das Gelände wieder zu verlassen und ihre widerrechtliche Aktion zu beenden.
Laut KWS hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am 31.3.2008 die Versuche der KWS SAAT AG mit gentechnisch veränderten herbizid-toleranten Zuckerrüben genehmigt. Die Genehmigung erfolgte nach eingehender Prüfung des Verfahrens sowie aller Einsprüche aus der Bevölkerung. Die Forschungsversuche der KWS haben zum Ziel, den Anbau der herbizid-toleranten Zuckerrüben im Freiland unter natürlichen Bedingungen und im direkten Vergleich zu konventionellen Zuckerrüben zu studieren.
Durch die Feldbesetzung scheinen die Gentechnikgegner verhindern zu wollen, dass viele wichtige Fragen rund um die Grüne Gentechnik überhaupt untersucht werden können, und stellen damit ihre Glaubwürdigkeit in Frage. Zudem beanspruchen sie als kleine Minderheit für sich das Recht, ein behördlich genehmigtes Forschungsvorhaben zu verhindern. Ihre Aktion richtet sich damit gegen die Forschungsfreiheit am Standort Deutschland und nimmt den Landwirten ihre Wahlfreiheit.
Die KWS stellte klar, dass man nach wie vor zum Dialog bereit sei und sich allen Fragen rund um die Freilandversuche und die Grüne Gentechnik stellen würde. „Jedoch sollte dies in angemessener und konstruktiver Form stattfinden“, so Philip von dem Bussche, Sprecher des Vorstandes der KWS SAAT AG.
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