Arbeiter stechen Spargel

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Christel Grommel | am

Coronavirus: Erste Erntehelfer fliegen ein (aktualisiert)

Mitten in der Corona-Krise sind die ersten Erntehelfer eingeflogen. Die Arbeiter kommen mit Sonderflügen der Eurowings.

Bislang wurden zwei Landungen für den heutigen Donnerstag (9. April) am Flughafen Düsseldorf und in Berlin bestätigt, Flüge in Karlsruhe werden erwartet. Wie viele Menschen in den Fliegern landen, ist noch nicht bekannt. Für Berlin-Schönefeld sind rund 530 Arbeiter angekündigt. Die Helfer würden am Flughafen zunächst medizinisch untersucht, sagte die Flughafensprecherin.

Insgesamt seien schon etwa 20.000 Erntehelfer registriert, diese kommen aus Rumänien, Polen und Bulgarien. Das teilte eine Sprecherin der Fluggesellschaft Eurowings mit. 

Die Flugzeuge werden von den Agrarbetrieben gechartert, die die Helfer auch vom Flughafen abholen sollen. Über ein Portal des Deutschen Bauernverbands müssen sie die benötigten Arbeitskräfte anmelden. Laut Bauernverband lagen bis Donnerstagvormittag für den Monat April die Anmeldungen für rund 9.900 Saisonkräfte vor, deren Daten an die Bundespolizei übermittelt wurden. Für Mai seien bislang weitere 4.300 Anmeldungen eingereicht worden.

Innenminister Seehofer und Agrarministerin Klöckner hatten sich darauf geeinigt, 80.000 Saisonarbeitskräfte unter strengen Auflagen nach Deutschland zu fliegen. Um bei der Ernte und anderen dringenden Feldarbeiten zu helfen, können im April und Mai je 40.000 Menschen kommen.

DBV und Klöckner erleichtert

Ministerin Klöckner zeigte sich am Donnerstag zuversichtlich: "Dadurch dass schon 20.000 Saisonarbeitskräfte bereits im März da gewesen sind, gehen wir davon aus, dass das genügen wird, zusätzlich mit den vielen Helferinnen und Helfern, die sich bereits gemeldet haben."

Auch Bauernverband-Präsident Joachim Rukwied ist erleichtert: "Durch diese Regelung bleiben unsere Betriebe arbeitsfähig", sagte er. "Wir hoffen auch, dass die ein oder andere helfende Hand aus Deutschland mit in der Landwirtschaft Hand anlegt."

Die Helfer sollten am Flughafen zunächst medizinisch untersucht werden. Anschließend gilt für alle Ankommenden eine quarantäne-ähnliche Phase. Die Betriebe stünden dann in der Verantwortung, die Helfer in kleinen Teams zu organisieren, die während dieser ersten Zeit in Deutschland unter sich blieben, lebten und arbeiteten, sagte eine Sprecherin des DBV.

Ganz reibungslos lief es allerdings nicht. Der Flughafen Cluj im rumänischen Siebenbürgen, wo über den Tag verteilt ein Großteil der Erntehelfer abflog, sprach von dichtem Gedränge ohne den in Corona-Zeiten notwendigen Abstand. Das könnte nun ein Nachspiel haben. Rumäniens Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen des mutmaßlichen Verstoßes gegen das Seuchengesetz eingeleitet. Der Flughafen-Direktor steht in der Kritik. 

Mit Material von dpa

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