Feuerwerk an Silvester

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Meinung | Externer Autor | am

2022 - wird sich etwas ändern?

Das neue Jahr hat begonnen. Doch viel wird sich nicht ändern, findet Redakteurin Madeline Düwert. Denn der Mensch ist, wie er ist.

Na? Gut gerutscht? Silvester ist um und vor uns liegt ein prächtiges neues Jahr. Also alles auf Anfang, so richtig durchstarten und alles anders machen! Oder doch nicht? Neujahr ist doch eigentlich die Zeit, in der man sich auf die tollen Ereignisse des vergangenen Jahres besinnt und auf die großartigen Dinge, die da noch kommen werden. Aber betrachtet man das menschliche Treiben mit etwas Abstand, kommen einem da doch Zweifel auf. So viel wird sich nämlich gar nicht ändern.

Das Böllerverbot wurde oft umgangen

Silvester war viel zu normal: Knisternd und kreischend schraubten sich die Böller in den Himmel, um dann in fulminanten Farben aufzugehen. Rot, blau, orange – ach, wie schön! Aber Moment mal, angesichts des Verkaufsverbots von Feuerwerkskörpern verwundert es doch ziemlich, wie viele Vorräte es doch augenscheinlich in privaten Kellern gegeben haben muss – oder wie gut der Online-Handel mit den östlichen Nachbarländern funktioniert. Aber die Begeisterung ist wohl zu groß, die Vernunft zu klein. Gierig wird da schnell ein Knaller nach dem anderen gezündet, gut, wenn keine Finger fliegen und die Böllerei so richtig Krach macht. Was bleibt sind Tinnitus und vom nebligen Gestank gereizte Augen. Hauptsache, es macht Spaß!

Emissionen aus der Landwirtschaft falsch berechnet

Dass es sich hierbei auch um Tierquälerei und eine enorme Umweltbelastung handelt, wird verdrängt. Denn die Verantwortlichkeit für "derlei" Probleme liegt ja bekanntlich woanders, zum Beispiel in der Landwirtschaft. Doch auch hier gibt es neue Erkenntnisse: Glücklicherweise bemerkte kürzlich ein Forscher aus Straubing, dass die Emissionen der Landwirtschaft bisher falsch berechnet wurden – hoppala, kann ja mal passieren. Denn er fand heraus, dass die Lachgasemissionen, die am klima-relevantesten sind, von der Bodenart und dem Wetter abhängen und regional unterschiedlich sind. So verringert sich die Emissions-Schätzung für die Landwirtschaft 2020 von 66 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten um ganze 4 Millionen Tonnen. Naja, besser spät als nie.

Glyphosat im Verhältnis sehen

Also mal besser hingucken - als Forscher aber auch als böller-schleudernde Verbraucher. Denn das sind dann wahrscheinlich auch dieselben, die Glyphosat verteufeln und Botox lieben. Da fragt man sich doch, wie tief die das Zeug eigentlich spritzen. Denn Botulinumtoxin ist eines der stärksten bekannten Gifte. Für die Hälfte der Menschen reicht eine Dosis von 0,001 Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht aus, um daran zu sterben. Können Sie sich das vorstellen? Eben, ich mir auch nicht. Im Gegensatz dazu hemmt Glyphosat ein Enzym, das nur bei Pilzen, Pflanzen und Mikroorganismen vorkommt. Wo ist hier die Vernunft?

Was kommt 2022?

Aber Menschen sind nicht vernünftig und sie machen Fehler. Da will man sich doch so manches Mal an den Kopf fassen und denken "was zum …?". Aber so ist das eben. Das sind die Kuriositäten des Menschseins, die keiner Logik folgen. Und eines kann ich Ihnen versichern: Auch 2022 wird das so bleiben. Wenigstens darauf ist Verlass.

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel suchen und merken

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
Produkte entdecken
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Zukunft der Windenergie
  • Auflagen bei der Herbstdüngung
  • Tarmstedter Ausstellung: Infos für Besucher
  • Futtereffizienz in der Rinderzucht
  • Inflation: Alte Verträge anpassen?

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen