Umweltminister Olaf Lies

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Anne-Maria Revermann | am

Abschießen aggressiver Wölfe in Niedersachsen soll erleichtert werden

Olaf Lies will im Frühjahr eine Wolfsverordnung auf den Weg bringen, die das Abschießen aggressiver Tiere erleichtern soll.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) will im kommenden Frühjahr eine Wolfsverordnung auf den Weg bringen, die das Abschießen aggressiver Wölfe erleichtern soll, wenn sie Schafe und andere Nutztiere reißen.

Sobald das neue Bundesnaturschutzgesetz voraussichtlich im Februar verabschiedet ist, könne eine Landesverordnung erarbeitet werden, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch, 18. Dezember, im Landtag in Hannover. Vor allem solle der Jägerschaft mit der Verordnung eine Rechtsgrundlage gegeben werden, Wölfe aus problematischen Rudeln zu jagen. Dabei wären Jäger nicht mehr in der Pflicht, das individuell als problematisch ausgemachte Tier zu treffen und müssten keine Strafe fürchten, wenn der Schuss einen anderen Wolf aus dem Rudel trifft.

Olaf Lies räumte ein, dass die seit zehn Monaten ergebnislose Jagd auf den Rodewalder Problemwolf im Kreis Nienburg frustrierend sei: "Ohne die Jäger sehe ich nicht, dass wir zukünftig in der Lage sind, das zu machen." Die Zahl der Wölfe in Niedersachsen liege inzwischen bei über 200. Es gebe 23 Rudel, 6 Paare sowie zusätzlich noch einzelne Wölfe.

Der FDP-Abgeordnete Hermann Grupe hatte Lies zuvor der Untätigkeit bezichtigt: "Sie beschwichtigen, beschönigen, sie machen einfach nichts." Die Verordnung habe Lies schon länger angekündigt. Der Wolf steht unter Naturschutz, Abschüsse sind derzeit nur in streng geregelten Ausnahmefällen zulässig.

Entschädigung auch für Hobbyschäfer

Das Kabinett hatte nach langem Streit im Mai einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht. Demnach soll ein Abschuss auch dann möglich sein, wenn unklar ist, welcher Wolf genau zum Beispiel eine Schafherde angegriffen hat. Es sollen so lange Wölfe in der Gegend geschossen werden können, bis es keine Attacken mehr gibt - auch wenn dafür ein ganzes Rudel getötet wird.

Die Behörden der Länder müssen aber jeden Abschuss wieder einzeln genehmigen. Künftig soll zudem schon eine Abwendung "ernster wirtschaftlicher Schäden" reichen, bisher ist im Gesetz von "erheblichen Schäden" die Rede. Das soll es auch Hobbyschäfern ermöglichen, eine Entschädigung zu bekommen, wenn Wölfe zuschlagen.

Füttern und Anlocken von Wölfen soll verboten werden, damit sie sich nicht an Menschen gewöhnen. Man habe sich mit der Union verständigt, dass es eine Sonderregelung für den Wolf geben werde - aber keine Absenkung des Schutzstandards für andere geschützte Arten. Dies sei auch eine große Sorge vieler Bürger und Naturschutzverbände gewesen.

Mit Material von dpa

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