Wintergerste auf einem Acker
Meinung | Werner Raupert | am

Ackerbaustrategie: „Tue Gutes und rede darüber“

Moin liebe Leserinnen und Leser, die Landwirtschaft in Deutschland steht mitten in einem Umwälzungsprozess, den die Bauern in dieser Form und Ausprägung noch nicht erlebt haben.

Mit dieser Aussage brachte Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast bei der Vorstellung der Eckpunkte der neuen Ackerbau- und Grünlandstrategie die Gemütslage der Landwirte auf den Punkt. Die Landwirte müssen sich neu aufstellen und Gedanken machen, wie sie die komplexen Herausforderungen meistern.

Naturschutz : Landwirte sind Teil der Lösung

Das sind wichtige Weichenstellungen für die Bauern, da auch Forderungen der Gesellschaft an die Landwirtschaft aufgegriffen werden. Ein Meilenstein ist, dass sich beim Niedersächsischen Weg Politik, Landwirtschaft und Naturschutzverbände auf konkrete gemeinsame Ziele verständigt haben, um den Natur-, Arten- und Gewässerschutz zu verbessern. Die Bauern sind hier ein Teil der Lösung, bisher galten sie immer nur als ein Teil des Problems. Positiv: Erstmalig wurde verankert, dass Zusatzleistungen auch fair entlohnt werden. So können Härten abgefedert werden.

Der Niedersächsische Weg ist ein gemeinsamer Weg

Jedem Landwirt muss aber klar sein, dass er nicht dauerhaft gegen den Willen der Gesellschaft produzieren kann. Der Weg kann nur gemeinsam mit den Verbrauchern beschritten werden. Die entscheidenden Fragen sind aber: Welche Landwirtschaft will die Bevölkerung überhaupt? Welche Erwartungen hat sie und was ist sie bereit, für die Umsetzung ihrer Forderungen zu bezahlen?

Volksbegehren: NABU setzt auf Verbote

Barbara Otte-Kinast hat dieses Problem klar erkannt und will darauf mit einem Gesellschaftsvertrag reagieren, der die Landwirte und die Gesellschaft einander wieder näherbringt. Ziel ist es, die gesellschaftlichen Erwartungen an die Pflanzenproduktion zu erfüllen und parallel dazu die Einkommen der Bauern zu sichern. Das Beharren des NABU am Volksbegehren Artenvielfalt unterläuft dieses Ziel eindeutig. Obwohl der Umweltverband den Niedersächsischen Weg mitunterzeichnet hat, werben im ganzen Land Verbandsvertreter um Unterschriften zum Volksbegehren. Sie setzen auf knallharte Verbote, statt gemeinsamer Absprachen.

Über Zielkonflikte reden

Das erzürnt die Bauern. Auf Marktplätzen ist es schon zu intensiven Wortgefechten zwischen den Interessengruppen gekommen. Auch die Polizei musste bereits eingreifen. In dieser aufgeheizten Situation sollten die Bauern ihre Strategie überdenken. Viele Landwirte haben in ihren Regionen schon erfolgreiche Maßnahmen zur Verbesserung des Naturschutzes und der Artenvielfalt ergriffen.

Das scheint aber beim Verbraucher bisher nicht angekommen zu sein. Darüber im direkten Gespräch vor Ort aufzuklären wäre besser, als sich auf Scharmützel mit NABU-Vertretern einzulassen. Nicht immer nur reagieren, sondern agieren, mehr Transparenz zulassen, das Gespräch suchen, auch über Zielkonflikte reden, ist auf jeden Fall zielführender. Ministerin Otte-Kinast hat das so zusammengefasst: „Tue Gutes und rede darüber.“ Das könnte manchem Bürger die Augen öffnen und ihn dazu bewegen, die Unterschrift für das Volksbegehren zu verweigern.

Hören Sie hier Olaf Lies im Exklusiv-Interview zum Niedersächsischen Weg

 

Inhalte der Ausgabe

  • Agrarpolitik: Klöckner fordert bessere Tierhaltung
  • Betrieb: Initiative Tierwohl - Anmeldung für die dritte Runde
  • Technik: Gut abwägen - Gründe für den Traktorkauf
  • Tierhaltung: Vorgaben für den Sauen-Deckstall
  • Pflanzenbau: Silphieanbau als Biotopvernetzung
  • Leben auf dem Land: Borreliose als Berufskrankheit

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✔ Mehrleser-Funktion

✔ Artikel merken und teilen

✔ exklusiv: Audio und Video

✔ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✔ 3 Endgeräte
✔ Merkliste
✔ Audio und Video
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Agrarpolitik: Klöckner fordert bessere Tierhaltung
  • Betrieb: Initiative Tierwohl - Anmeldung für die dritte Runde
  • Technik: Gut abwägen - Gründe für den Traktorkauf
  • Tierhaltung: Vorgaben für den Sauen-Deckstall
  • Pflanzenbau: Silphieanbau als Biotopvernetzung
  • Leben auf dem Land: Borreliose als Berufskrankheit

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen