Brexit und Landwirtschaft

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Agrarministerin Otte-Kinast warnt vor Auswirkungen des Brexits

Angesichts des möglichen "harten Brexits" warnt Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast vor den Folgen.

Nach der Entscheidung im britischen Parlament ist ein sogenannter "harter Brexit" in Großbritannien näher gerückt. Das betrifft auch die niedersächsische Agrarbranche, betont Agrarministerin Otte-Kinast in einer Pressemitteilung. Großbritannien sei ein wichtiger Absatzmarkt für deutsche und insbesondere für niedersächsische Agrarerzeugnisse. Außerdem sei die Fischerei betroffen.

Niedersachsen: Exporte von Gütern der Ernährungswirtschaft

Die Exporte von Gütern der Ernährungswirtschaft aus Niedersachsen in das Vereinigte Königreich betrugen 2017 rund 815 Millionen Euro. Deutschlandweit waren es 4,7 Milliarden Euro. Die Einfuhren belaufen sich in dem Bundesland auf 132 Millionen Euro.

Deutschlandweit erreichen sie eine Summe von 1,5 Milliarden Euro. Damit übersteigen die niedersächsischen Exporte die Importe um rund 683 Millionen Euro.

Harter Brexit: Grenzkontrollen und Zölle

Ein "harter Brexit" würde unmittelbar Grenzkontrollen und die Erhebung von Zöllen nach sich ziehen. Angesichts der Handelsmengen wären ein erheblicher zusätzlicher Aufwand bei den zuständigen Behörden und auch Verzögerungen in der Abwicklung zu erwarten.

"Die niedersächsische Agrarwirtschaft hat ein großes Interesse an engen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen", erklärte Agrarministerin Barbara Otte-Kinast.

Fischerei durch Brexit besonders betroffen

Eine besondere Betroffenheit ergibt sich für die Fischerei, da die britische Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) ein wichtiges Fanggebiet für deutsche Fischer ist. Die britische AWZ umfasst etwa die Hälfte der Nordsee und einen bedeutenden Teil des Gemeinschaftsgebiets im Nordostatlantik.

Die deutsche Fischerei erzielte im Jahr 2015 mehr als 50 Prozent ihrer Fangmenge und mehr als 30 Prozent ihrer Erlöse innerhalb der britischen AWZ. Hierbei handelt es sich vorrangig um Schwarmfischarten wie Hering, Sprotte und Makrele.

Kleine Hochseefischerei: Verlust der Zugangsrechte

In den vergangenen Jahren fischten im Mittel rund 35 deutsche Fischereifahrzeuge in britischen Gewässern – darunter alle sieben Trawler der Großen Hochseefischerei. Neben diesen wäre auch ein hoher Anteil der Kutter der Kleinen Hochseefischerei von einem Verlust der Zugangsrechte betroffen.

Neben dem Verlust der Zugangsrechte können auch indirekte Effekte gravierende Folgen für die niedersächsische Hochseefischerei haben.

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