Getreideernte
Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Agrarpolitik: Fairen Umgang wählen

Moin liebe Leserinnen und Leser, hätten Sie es gedacht: Spazierengehen ist der heißeste Trend der aktuellen Coronasaison. Diese „Neuigkeit“ geisterte in den vergangenen Wochen über die Newsticker.

Kopfschüttelnd starrten wir uns bei Redaktionskonferenzen ob dieser Nachricht an. Scheinbar befassen sich Kulturwissenschaftler und Sozialpsychologen ernsthaft mit diesem unglaublichen Phänomen.

Liebe Wissenschaftler, hier die Erklärung, falls Sie noch nicht selbst darauf gekommen sind: Wir haben keine Wahl! Es gibt nichts anderes zu tun, als Rad fahren oder laufen.

Wunsch für die Agrarpolitik

Ich war erleichtert, als ich als Gegengewicht zu dieser hohlen Nachricht die Ergebnisse einer interessanten Befragung von Landwirtinnen und Landwirten lesen durfte. Hierbei wurden sie nach ihrem Wunsch für die Agrarpolitik der nächsten Bundesregierung befragt.

Für 88 Prozent der Teilnehmer dieser Umfrage war es wichtig, dass sich die kommende Regierung auf EU-Ebene für einen fairen Wettbewerb im Binnenmarkt einsetzen solle. Dazu passt, dass das wichtigste Thema für die Befragungsteilnehmer faire Erzeugerpreise sind.

Entscheidungen aus dem Bauch heraus

Fairness ist das zentrale Thema der Bäuerinnen und Bauern. Sie wünschen sich einen fairen Umgang, sei es nun auf agrarpolitischer oder auf gesellschaftlicher Ebene. Sie möchten einen offenen und fachlichen Austausch, der in den vergangenen Jahren schlicht und ergreifend zu kurz gekommen ist.

Es scheint, als würden seit Längerem Entscheidungen nicht mehr auf Basis von fundierten Erkenntnissen, sondern eher aus dem Bauch getroffen. Sei es beim Aktionsprogramm Insektenschutz-Paket des Bundesumweltministeriums, dem Green Deal der Europäischen Union oder dem Artenschutz mit Blick auf dem Wolf. Bei Letzterem schauten wir wohl alle in der vergangenen Woche mit Entsetzen ein Video, das scheinbar einen Wolf zeigte, der durch das Stadtgebiet Lohne im Landkreis Vechta lief.

Agrarpolitik: Es geht um viel mehr

Kein Wunder also, dass es die Landwirte bei allem wirtschaftlichen Druck und der hohen Arbeitsbelastung dennoch wieder nach Berlin trieb. Die Politik – und ich spreche hier nicht nur von der Agrarpolitik – muss endlich verstehen, welche enorme Bedeutung die Landwirtschaft für Deutschland hat.

Es geht hier nicht ausschließlich um die lebenswichtige Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln, sondern auch um einen beachtlichen Wirtschaftsfaktor. Die vor- und nachgelagerten Bereiche sind ebenso von einer gesunden landwirtschaftlichen Struktur abhängig wie das gesellschaftliche, soziale und ehrenamtliche Leben im ländlichen Raum.

Fair und auf Augenhöhe

Das sollten sich die Parteien und Politiker vor der nächsten Bundestagswahl dringend ins Gedächtnis rufen und bei ihren Wahlkämpfen berücksichtigen – damit sie fair und auf Augenhöhe mit den Landwirten und der Landbevölkerung diskutieren können. Denn in diesem Fall haben wir die Wahl.

Inhalte der Ausgabe

  • Unkraut einfach weglasern - neue Möglichkeiten in der Landwirtschaft
  • Der Putenmarkt reagiert drastisch auf hohe Futterkosten und niedrige Erlöse
  • Das Winterprogramm der Niedersächsischen Landjugend ist da!
  • Investoren bedrängen Landwirte: Freiflächen-Photovoltaik

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