Ein Wildschwein wühlt im Boden

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Anne-Maria Revermann | am

Der ASP national und global den Kampf ansagen

Die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) muss gestoppt werden. Das sind die nationalen und globalen Pläne.

Bisher liegen in Deutschland 124 positiv bestätigte ASP-Fälle bei Wildschweinen vor - Fundorte waren die Bundesländer Brandenburg und Sachsen. In Deutschland ist der Hausschweinbestand nach wie vor frei von ASP.

Nicht nur durch die Änderungen im Tiergesundheits- und Bundesjagdgesetz sowie der Schweinepestverordnung soll verhindert werden, dass es zu einer weiteren Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) kommt.

Für Mittwoch (4. November 2020) hat das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) erneut den Zentralen Krisenstab „Tierseuchen“ mit Vertretern von Bund und Ländern einberufen, um über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die ASP zu sprechen.

Export von Schweinefleisch aus ASP-freien Regionen

Entscheidend sei es, den hohen Infektionsdrucks aus Polen im Zaum zu halten. Eine intensive Zusammenarbeit von Bund und Ländern sei hierfür zwingend erforderlich.

Derzeit werden zudem intensive Gespräche mit Drittländern geführt, um den Export von Schweineerzeugnissen aus den ASP-freien Regionen zu ermöglichen. Viele asiatische Staaten haben mit dem Ausbruch der ASP die Einfuhr von Schweinefleisch aus Deutschland gestoppt - analog zum Vorgehen gegenüber anderen Europäischen Staaten, in denen die ASP ausgebrochen ist.

Ein Wildschwein wühlt im Boden

Finanzhilfen für den ASP-Notfall

Staatssekretärin Beate Kasch sagte, auch im Namen der Ministerin Julia Klöckner, folgende Unterstützung des BMEL zu:

  • Unterstützung des Baus des Wildschutzzaunes. Dafür wurde der nationale Rechtsrahmen in den betroffenen Gebieten durch Änderung des Tiergesundheitsgesetzes und der Schweinepestverordnung angepasst.
  • Einsetzen für eine EU-Kofinanzierung für den Zaunbau.
  • Expertise der Sachverständigen des Friedrich-Loeffler-Institutes (FLI) werden zur Verfügung gestellt.
  • Das BMEL steht in engem Kontakt mit dem Bundesministerium der Verteidigung, dem Bundesministerium des Innern und dem Bundesverkehrsministerium. Denn für Seuchenbekämpfungsmaßnahmen vor Ort, wie z. B. die Kadaversuche, ist die Unterstützung der Bundeswehr und des Technischen Hilfswerkes und auch der Autobahndirektionen unverzichtbar.
  • Mit Polen ist das BMEL sowohl auf politischer als auch auf technischer Ebene in intensiven Gesprächen, um u. a. die Errichtung von Wildschutzzäunen auch auf polnischer Seite voranzubringen. Dazu tauscht sich Bundesministerin Julia Klöckner mit ihren polnischen und tschechischen Kollegen aus.
  • Im Rahmen der Tierseuchenbekämpfung sind auf Länder-Ebene Entschädigungsmaßnahmen vorgesehen für den Fall, dass die ASP im Hausschweinebestand ausbricht. Für diese Maßnahmen kann von EU-Seite eine Finanzhilfe gewährt werden.
  • Durch eine Regionalisierung konnten Handelserleichterungen erreicht werden. Die Regionalisierung ermöglicht in der EU - mit Ausnahme definierter Seuchengebiete - weiterhin deutsches Schweinefleisch und Schweinefleischerzeugnisse zu handeln.

Über 50 Länder von der ASP betroffen

Auch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat zusammen mit der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) eine Initiative gestartet, um die globale Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu stoppen.

Laut FAO und OIE gibt es keine Anzeichen für eine verlangsamte Ausbreitung der ASP. Die Tierseuche habe allein in Asien zum Verlust von mehr als sieben Millionen Schweinen geführt. Aktuell sind mehr als 50 Länder in Afrika, Asien und Europa betroffen.

„Unser Ziel ist es, die Ausbreitung dieser Krankheit zu verhindern und sie letztendlich auszurotten und dafür die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, bewährte Verfahren und internationale Standards zu nutzen“, erklärte FAO-Generaldirektor Qu Dongyu.

Kein Land ist sicher vor der ASP

OIE-Generaldirektorin Monique Eloit warnte, dass „kein Land vor der Afrikanischen Schweinepest sicher“ sei. Obwohl sich Menschen nicht mit der ASP anstecken könnten, sei diese Krankheit für viele Volkswirtschaften sowie für die Ernährungssicherheit und den Lebensunterhalt von Millionen von Menschen von entscheidender Bedeutung, betonten beide Organisationen.

Die globale Kontrolle über diese Tierseuche könne nicht von einem Sektor oder einem Land allein erreicht werden. FAO und OIE fordern deshalb:

  • Es müsse überall eine nationale Risikoanalyse und ein Risikomanagement einschließlich Notfallplanung und Maßnahmen der Prävention und Früherkennung geben.
  • Landwirte, Tierärzte, Metzger, Jäger, Zulieferer und weitere Gruppen sollten über das ASP-Risiko informiert und bei der Umsetzung von Biosicherheitsmaßnahmen unterstützt werden.
  • Gegen die Verschleppung zwischen Staaten müsse es Grenzkontrollen für Schweine und Schweinefleisch geben, und der Schmuggel müsse unterbunden werden.
  • Forschung und Entwicklung potentieller Impfstoffe gegen die ASP müsse intensiviert werden.
  • FAO und OIE bitten die Staaten zudem, einen ganzheitlichen Ansatz zur ASP-Bekämpfung bei Wildtieren zu entwickeln und generell bei der Seuchenprävention und -bekämpfung miteinander zu kooperieren und ihr Wissen zu teilen.
Mit Material von BMEL, AgE

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