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Anne-Maria Revermann | am

Barbara Otte-Kinast: „Meilenstein beim Ausstieg aus dem Kükentöten“

Ausstieg Kükentöten: Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium fördert Verfahren zur frühzeitigen Geschlechtsbestimmung im Ei in einem Gemeinschaftsprojekt mit der TU Dresden und Wirtschaftspartnern.

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium fördert ein Forschungsprojekt der Technischen Universität (TU) Dresden, mit dem ein Verfahren zur frühzeitigen Geschlechtsbestimmung im Hühnerei entwickelt und zur Praxisreife überführt werden soll. Die Fördersumme beträgt 248.000 Euro.

Geschlechtsbestimmung von Küken im Ei

„Das ist wirklich ein Meilenstein beim Ausstieg aus dem Kükentöten!", so Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. "Uns war es wichtig, ein Verfahren zu entwickeln, das eine Geschlechtsbestimmung vor dem kritischen Tag sieben ermöglicht, an dem nach wissenschaftlichen Erkenntnissen davon ausgegangen werden muss, dass das Schmerzempfinden des Hühnerembryos beginnt (...)."

Das Projekt läuft bis Ende 2022.

Hintergründe zum Kükentöten

Etwa die Hälfte der deutschlandweit aus eingelegten Bruteiern geschlüpften Legehennenküken werden in Niedersachsen produziert. Für das Töten der männlichen Küken aus wirtschaftlichen Gründen liegt nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes kein vernünftiger Grund vor (im Sinne von § 1 Satz 2 des Tierschutzgesetzes). Das Bundesverwaltungsgericht hat dieses Vorgehen jedoch für eine Übergangszeit gebilligt, bis praxistaugliche Lösungen vorliegen.

Nach einem von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner vorgelegten Gesetzesentwurf soll das Kükentöten nach dem 31. Dezember 2021 verboten sein. Alle derzeit marktreifen Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei werden in einem Zeitraum vom 9. bis 13. Bebrütungstag durchgeführt. Ein Küken wird 21 Tage ausgebrütet.

 

Niedersachsen setzt auf Zweinutzungshühner

Der Entwurf sieht darüber hinaus ab dem 1. Januar 2024 ein Verbot des Kükentötens von Hühnerembryonen im Ei bereits nach dem 6. Bruttag vor.

Niedersachsen setzt sich darüber hinaus auch für die Aufzucht von Zweinutzungshühnern ein. Zudem werden in Niedersachsen Küken seit Jahren nicht mehr „geschreddert“, denn seit 2011 ist bereits geregelt, dass für eine Übergangszeit – bis zum Vorliegen einer praktikablen Lösung – das Töten der Küken nur toleriert wird, wenn sie mit Kohlendioxid (CO2) getötet werden und als ganze Tierkörper zur Ernährung anderer Tiere dienen.

Mit Material von ML

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