Schweine im Stall - DBV fordert schnelle Hilfe
Christel Grommel | am

Branchentreff Schwein: DBV fordert schnelle Hilfe am Schweinemarkt

Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert anlässlich des Branchentreffs Schwein des Landwirtschaftsministeriums (BMEL) schnelle und unbürokratische Hilfe für Schweinehalter.

Auf Initiative von Julia Klöckner sind heute Vertreter der Erzeuger, der verarbeitenden Branche sowie des Lebensmittelhandels zusammengekommen, um über die aktuelle Lage am Markt für Schlachtschweine zu beraten. Mit dabei waren die Agrarministerinnen von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, Barbara Otte-Kinast und Ursula Heinen-Esser.

Die bedrohliche Lage der Schweinehalter komme durch mehrere Faktoren zustande, so das BMEL

  • Exportbeschränkungen in viele Drittländer infolge der Afrikanischen Schweinepest (ASP),
  • eine aufgrund des Wetters und der Corona-Beschränkungen schwache Grillsaison,
  • Corona-bedingt geringere Absatzzahlen in der Gastronomie und bei Veranstaltungen.

Julia Klöckner wies auf bereits erfolgte Maßnahmen hin, wie beispielsweise den möglichen Export in Drittländer trotz ASP sowie die Verlängerung der Antragsfrist für die Corona-Überbrückungshilfen bis Ende Dezember. Sie habe nun die europäische Kommission aufgefordert, Krisenmaßnahmen wie eine Anhebung des Beihilfehöchstbetrags zu prüfen.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast drängte auf eine zügige Implementierung des Konzepts der Borchert-Kommission. Bei der Agrarministerkonferenz Ende September werde Niedersachsen einen Antrag einbringen, um zwischen Bund und Ländern ein abgestimmtes Vorgehen gegen die Strukturkrise zu erreichen.

DBV: Alle in der Wertschöpfungskette müssen reagieren

Der Veredelungspräsident des DBV, Hubertus Beringmeier, forderte alle Partner in der Wertschöpfungskette auf, aktiv auf die prekäre Lage zu reagieren: "Das aktuelle Preisniveau ist ruinös für unsere Schweinehalter. Die anhaltend katastrophale Marktlage ist für alle Betriebe existenzbedrohend."

"Es ist jetzt entscheidend, dass die Bauern weiter mit den Corona-Hilfen unterstützt werden, und zwar schnell und unbürokratisch", so Beringmeier. Der Schweinefleischmarkt sei noch immer von den Auswirkungen der Corona-Pandemie getroffen.

Vermarktung von deutschem Schweinefleisch verbessern

Der DBV forderte, zinslose Steuerstundungen in dieser schwierigen Phase zuzulassen. Außerdem müsse die Politik sämtliche geplanten gesetzlichen Verschärfungen und Belastungen aussetzen.

Beringmeier nahm auch die Vermarktungskette in die Pflicht: Es komme jetzt darauf an, dass sich Handel, Verarbeiter und Großverbraucher auf eine Vermarktung von deutschem Schweinefleisch mit einer "5xD – Kennzeichnung", von der Geburt bis zum Laden, einigen.

Er kritisierte auch die schleppende Bekämpfung der ASP. Bund und Länder dürften sich nicht weiter gegenseitig die Verantwortung zuschieben. 

Auch die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) forderte Absatzimpulse durch massive Werbung für deutsches Schweinefleisch im Lebensmittelhandel. 

Aldi Nord und Süd haben im Anschluss an das Branchentreffens bereits angekündigt, den Absatz von Schweinefleisch in den kommenden Wochen mit zusätzlichen Aktionsartikeln deutscher Herkunft zu unterstützen.

Mit Material von DBV, ISN, BMEL
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Die Zuckerrübenernte ist gestartet!
  • Vorstellung der Waldstrategie 2050
  • Kartoffelfeldtag in Dorstadt: Anbauverfahren und Pflanztechnik
  • Digitalisierung im Kuhstall

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen