Familie geht auf einem ländlichen Weg
Christel Grommel | am

Bringt Corona ländlichen Räumen Impulse?

Julia Klöckner und Horst Seehofer erwarten Impulse für ländliche Räume infolge der Corona-Pandemie - ein großer Faktor sei dabei das Arbeiten von zu Hause aus.

Corona habe den Blick auf die ländlichen Räume verändert, so Klöckner bei der Vorstellung des Dritten Berichts der Bundesregierung zur Entwicklung der ländlichen Räume.

Der erhebliche Anstieg der Arbeit im Homeoffice trage zu der steigenden Attraktivität des Landlebens bei. Klöckner geht davon aus, dass dies auch nach Ende der Pandemie so bleibe. Ein Indiz dafür seien nicht zuletzt Hinweise auf eine verstärkte Nachfrage nach Immobilien in ländlichen Gemeinden.

Horst Seehofer sah den Faktor Heimarbeit im gleichen Licht: Der politische Ansatz werde gestärkt, "die Arbeit zu den Menschen zu bringen", um einer Abwanderung zu begegnen. Rückendeckung erfahre dadurch zudem die Initiative, Behörden in ländliche Regionen zu verlagern. Die Verlagerung von Arbeitsplätzen in die Fläche komme insbesondere strukturschwachen Gebieten zugute. Wichtig sei, diesen Ansatz langfristig zu verfolgen.

GAK ist zentrales Politikinstrument

Der Dritte Bericht der Bundesregierung gibt auf rund 90 Seiten einen umfassenden Überblick über die Situation und die Entwicklung ländlicher Räume sowie der bundespolitischen Maßnahmen. Dargestellt werden die Ziele, Schwerpunkte und Initiativen der Bundesregierung.

Schwerpunkte bilden hier die Umsetzung der Ergebnisse der "Kommission gleichwertige Lebensverhältnisse", Förderpolitik auf nationaler und EU-Ebene sowie Forschungsaktivitäten für ländliche Räume.

Als zentrales Politikinstrument der Bundesregierung für ländliche Räume nennt der Bericht die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK). Von 2014 bis 2019 wurden insgesamt 1,87 Mrd Euro an GAK-Mitteln in die ländliche Entwicklung investiert, davon 1,12 Mrd Euro Bundesmittel. Im gleichen Zeitraum flossen allein rund 422 Mio Euro an Bundes- und Ländermitteln aus der GAK in die Gestaltung und Erhaltung von lebendigen Dörfern. 

Klöckner nannte die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse "eine herausragende Aufgabe der beginnenden Dekade". Dörfer und Gemeinden seien nicht einfach nur Vororte der großen Ballungsräume. Es gehe stattdessen um Augenhöhe zwischen Stadt und Land. "Nur wer überall findet, was er zum Leben braucht, kann auch frei entscheiden, wo er leben möchte", so die Ministerin. Politik für ländliche Räume bleibe aber eine Daueraufgabe. Schnelles Internet und Mobilfunk, maßgeschneiderte Mobilitätsangebote, medizinische Online-Sprechstunden oder etwa das Arbeiten von zu Hause seien zentral.

Die FDP sowie der Geschäftsführer des Deutschen Landkreistages (DLT) pochten bei der Vorstellung des Berichts auf einen Ausbau von Glasfaser und 5G, der entscheidend für gleichwertige Lebensverhältnisse von Stadt und Land sei. 

Mit Material von AgE
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