Bürokratie
Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Bürokratie: Eine Gefahr für unsere Lebensgrundlage

Moin liebe Leserinnen und Leser, wissen Sie was Bürokratie bedeutet? Ich meine nicht die Auflagen, Regeln oder Verordnungen, die Sie als Landwirtinnen und Landwirte in ein so enges Korsett schnüren, dass Sie kaum noch atmen können.

Ich meine den Begriff "Bürokratie". Im Duden findet man als Bedeutung "Beamten-, Verwaltungsapparat". Seinen Ursprung scheint das Wort aber im Französischen zu haben. Das Wort „bureaucratie“ ist im frühen 18. Jahrhundert entstanden. Es ist ein Kunstwort aus den Begriffen "bureau" (Schreibtisch, Arbeitszimmer) und „kratos“ (Herrschaft, Macht, Gewalt). Es bedeutet also nichts weniger als die "Herrschaft der Verwaltung". Und, Du meine Güte, wie wahr ist das denn bitte?

Demokratie oder Bürokratie?

Wir haben in unserem Land eine wahrlich ausufernde Bürokratie. Dabei ist unser System eine Demokratie. Der Vollständigkeit halber: Demokratie stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Herrschaft des Staatsvolks".

Da haben wir den Salat. Die eine „Herrschaft“ sollte der anderen dienen und ist schleichend übermächtig geworden. Sie setzt ohne Rücksicht auf Verluste die Wünsche der Mehrheit des Wahlvolkes durch. Denn Demokratie ist eben auch die Herrschaft der Mehrheit.

Anträge, Vorschriften, Dokumentation

Aber kann dieser ausufernde Bürokratismus auf Dauer gut gehen oder enden wir wie Asterix und Obelix auf der Jagd nach Passierschein A38? Werden wir alle verrückt, weil wir die passenden Unterlagen für Anträge, Vorschriften, Rückvergütungen und Dokumentationen suchen, ausfüllen, fristgerecht einreichen und abheften müssen?

Höfesterben

Richten wir den Blick auf die Landwirtschaft in Deutschland. Hier zeigt sich nach wie vor ein deutlicher Trend: Die Landwirte geben ihre Betriebe auf. 2016 gab es deutschlandweit 275.400 landwirtschaftliche Betriebe, heute sind es noch etwa 262.800 Höfe. In den letzten fünf Jahren haben also 12.600 Landwirte ihren Betrieb aufgegeben.

Die Gründe

Die Gründe: Renteneintritt, fehlende Hofnachfolger, keine Perspektiven für den Betrieb, mangelnde Wirtschaftlichkeit, Kostendruck… Die Ursachen sind vielfältig, aber ein Grund ist, davon bin ich überzeugt und das höre ich leider auch immer wieder, die überbordende Bürokratie. Viele Landwirte kommen mit der Büroarbeit nicht mehr hinterher und verlieren sich im Dschungel der Verwaltungsvorschriften.

Der Stallbau ist ein hervorragendes Beispiel, das ich schon häufiger gebracht habe: Sich widersprechende Verordnungen schließen den Umbau von Ställen für ein besseres Tierwohl aus. Kein Wunder also, dass viele Landwirte kopfschüttelnd den Mut und die Kraft verlieren und für immer ihre Tore schließen.

Die Folgen

Für mich birgt dies nicht nur für den einzelnen ein Risiko, sondern für uns alle; denn dieses Übermaß an Bürokratie könnte, so fürchte ich, auf Dauer eine Gefahr für das Fundamten unserer Gesellschaft werden.

Sie bedroht den sorgsamen und fachgerechten Umgang mit unserer Lebensgrundlage. Und ist diese nicht mehr sichergestellt, kann auch unsere Demokratie ins Wanken geraten.

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