Moorlandschaft
Kristina Wienand | am

Bundesregierung will Moorböden schützen

In den vergangenen Jahren sind die Moorflächen immer weiter zurückgegangen. Dabei speichern sie viel CO2, was wiederum gut fürs Klima ist. Deshalb haben Bund und Länder nun neue Ziele vereinbart.

Um Moorböden besser zu schützen, haben Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bundesumweltministerin Svenja Schulze jetzt einen Vertrag mit den Ländern unterschrieben. 

„Nach Jahrhunderten des Verlustes von Mooren brauchen wir jetzt ein Jahrzehnt des engagierten Wiederaufbaus. Denn mit Moorschutz schafft man vielfachen Nutzen. Moorschutz ist gut für das Klima, weil der Kohlenstoff im Boden bleibt. Er ist gut für Deutschlands biologische Vielfalt, weil viele Arten nur im Moor vorkommen, etwa Birkhuhn, Moorfrosch oder Sonnentau. Und Moorschutz hilft bei der Anpassung an den Klimawandel, denn Moore können die Folgen von Starkregen, Hochwasser, Dürre oder Hitze abmildern", sagte Bundesumweltministerium Schulze zu der Vereinbarung. 

Trockene Moore setzen CO2 frei

Entwässerte Moorböden waren zuletzt für 53 Millionen Tonnen CO2-Emissionen verantwortlich. Diese Menge entspricht nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums 6,7 Prozent der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen. Mit Hilfe der neuen Bund-Länder-Zielvereinbarung sollen bis zum Jahr 2030 die jährlichen Treibhausgasemissionen aus Moorböden um fünf Millionen Tonnen CO2-Äquivalente reduziert werden. 

Moore wieder vernässen und neu nutzen

Die neue Vereinbarung, die freiwillig ist, sieht vor, dass entwässerte Moorflächen wieder vernässt werden. Land- und Forstwirte sollen die dann wieder nassen Böden aber weiterhin nutzen dürfen. Paludikulturen, die das ermöglichen, will der Bund deshalb fördern. Landwirte könnten auf Moorböden unter anderem Futtergräser für Wasserbüffel, Schilf für Reetdächer oder Torfmoose anbauen, erklärte Hans Joosten, Paläoökologe der Universität Greifswald. Insgesamt sind acht Prozent der bundesweit landwirtschaftlich genutzten Flächen Moor.

Für konkrete Maßnahmen will die Regierung Geld zur Verfügung stellen: bis 2025 stehen insgesamt 330 Millionen Euro aus dem Klimafonds bereit." Die erforderlichen Maßnahmen werden wir umfassend und langfristig finanzieren. So wollen wir etwa Landwirte bei der Umstellung ihrer Produktion unterstützen, damit landwirtschaftliche Flächen weiter genutzt werden können.", sagte Klöckner zu der neuen Vereinbarung.

Das Aus für den Torfabbau

Zudem soll zunächst weniger Torf eingesetzt werden, bis der Torfabbau in Deutschland ganz ausläuft. Denn Torf bindet große Mengen Kohlenstoffs. Bund und Länder setzen sich in der Zielvereinbarung deshalb gemeinsam dafür ein, dass keine neuen Anträge zum Torfabbau genehmigt werden.

In Niedersachsen befinden sich 38 Prozent der gesamten Moorfläche Deutschlands. Diese beträgt 18.100 Hektar. Dabei wird in Hoch- und Niedermoor unterschieden. Das Niedermoor bezieht sein Wasser aus dem Grundwasser. Das Hochmoor hingegen benötigt Niederschlagswasser, um bestehen zu können. Da dies die letzten Jahre deutlich zu gering war, leiden diese Moore sehr.

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