Bauerndemonstration mit Traktoren vor dem Lidl Zentrallager in Cloppenburg, Niedersachsen
Anne-Maria Revermann | am

Cloppenburg: Lidl und Klöckner reagieren auf wütende Bauern

Wütende Landwirte protestierten in Cloppenburg vor dem Lidl-Zentrallager für faire Preise. Mittlerweile reagierte Lidl, ebenso wie Julia Klöckner, die eine Videobotschaft schickte. Die Diskussion über höhere Erzeugerpreise nimmt nun langsam Fahrt auf.

Update 3.12.: Lidl fordert "Dringlichkeitsgipfel"

Der Discounter Lidl will sich scheinbar für faire Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte einsetzen. In einem Schreiben an die anderen großen Handelsketten, Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner sowie Vertreter von Handel und Landwirtschaft forderte Klaus Gehrig, Chef der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) am Mittwoch (3. Dezember) einen "Dringlichkeitsgipfel", um konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der Landwirte auf den Weg zu bringen.

Nur ein gemeinsames Vorgehen von Produktion, Verarbeitung, Handel und Politik könne eine Lösung bringen, so Gehrig, der vorschlug "pragmatische und unbürokratische Lösungen zu suchen, um für Landwirte eine Verbesserung der Situation zu erzielen".

Wütend über die Preispolitik des Lebensmitteleinzelhandels haben am Dienstag (1. Dezember) Hunderte Landwirte ihre Proteste vor dem Lidl-Zentrallager in Cloppenburg ganztägig fortgesetzt.

Am Abend beendeten die Bauern ihre Protestaktion. Dem vorausgegangenen war ein Brief von Klaus Gehrig, Leiter der Schwarz-Gruppe und Aufsichtsrat-Chef von Lidl und Kaufland, der zusicherte: "Ich möchte Ihnen mitteilen, dass ich diese Woche Gespräche mit der Politik (...) führen werde, um mich für eine Verbesserung der Situation der Landwirte stark zu machen".

Auch Bundeslandwirtschaftsministerin, Julia Klöckner, wandte sich in einer Videobotschaft an die Bauern. Sie wolle mit den Verantwortlichen bei Lidl sprechen.

Landwirten fordern Signal von Lidl

Die Landwirte fordern bis spätestens Freitag ein Signal von Lidl - andernfalls gehen die Proteste weiter. Sie wollen, dass der Chef der Schwarz-Gruppe, Klaus Gehrig, nach Cloppenburg komme. Lidl hatte am Montagabend prinzipielle Gesprächsbereitschaft signalisiert. Der Discounter Lidl zeigte sich zwar bereit, mit den protestierenden Landwirten weiter im Gespräch zu bleiben - allerdings nicht alleine.

Um dem Anliegen der gesamten Landwirtschaft am ehesten gerecht zu werden, brauche es einen branchenweiten Dialog, der mit allen Verhandlungspartnern entlang der Lieferkette geführt werde, sagte ein Unternehmenssprecher der "Heilbronner Stimme" am Mittwoch (2. Dezember).

Klöckner meldet sich per Video

Unterdessen teilte die niedersächsische Bundestagsabgeordnete, Silvia Breher, am Dienstag (1. Dezember) auf ihrer Facebook-Seite eine Videobotschaft, in der sich Julia Klöckner an die Landwirte wandte:

"Liebe Bauern und liebe Bäuerinnen, ich verstehe Euch. Die Preise im Handel sind alles andere als wertschätzend (...) Ich kann Euren Zorn verstehen, auch dass Ihr Warenlager blockiert", so Klöckner. Sie werde versuchen, mit den Verantwortlichen bei Lidl zu sprechen - "und dass sie mit Euch sprechen."

Mit Material von Silvia Breher (FB), dpa, LsV
Luft Bild Emstek - Streik Lidl.jpeg

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