Erntehelfer beim Spargel stechen
Anne-Maria Revermann | am

Coronavirus: Saisonarbeiter dürfen nicht mehr einreisen

Das Bundesinnenministerium hat ein Einreiseverbot für Saisonarbeiter angeordnet, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen.

Erntehelfern und anderen Saisonarbeitskräften werde von diesem Mittwoch (25. März) um 17.00 Uhr an im Rahmen der bestehenden Grenzkontrollen die Einreise verweigert, teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mit.

Diese Regelung gelte für die Einreise aus Drittstaaten, aus Großbritannien, für EU-Staaten wie Bulgarien und Rumänien, die nicht alle Schengen-Regeln vollumfänglich anwenden, sowie für Staaten wie Polen oder Österreich, zu denen Binnengrenzkontrollen vorübergehend wieder eingeführt worden sind. Diese Beschränkungen seien zwingend erforderlich, um Infektionsketten zu unterbrechen.

Vielen Landwirten fehlen derzeit Arbeitskräfte für Ernte und Aussaat. Verbände und das Bundeslandwirtschaftsministerium haben Internet-Plattformen aufgesetzt, um Betriebe und Freiwillige, die auf den Feldern arbeiten könnten, in Kontakt zu bringen.

Löhne anheben

Zum vorübergehenden Einreiseverbot für Saisonarbeitskräfte aus Osteuropa sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied: „Das Einreiseverbot für unsere Saisonarbeitskräfte trifft unsere Betriebe in der jetzigen Phase sehr hart."

Insbesondere Obst-, Gemüse- und Weinbaubetriebe, die auch Teil der kritischen Infrastruktur seien, bräuchten dringend Arbeitskräfte. Dieser Einreisestopp müsse so kurz wie möglich gehalten werden. Außerdem müsse es kurzfristig unbürokratische und praktikable Lösungen geben, um Menschen in und aus Deutschland beschäftigen zu können.

Die bisherigen Lockerungen der Hinzuverdienstmöglichkeiten unter anderem für Bezieher von Kurzarbeitergeld würden nun nicht mehr ausreichen, um die entstandene Lücke zu schließen. "Hier müssen wir ansetzen und auch die Höchstbeträge für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse anheben, um Menschen für die Arbeit in der Landwirtschaft zu motivieren", so Rukwied.

Mit Material von DBV, dpa

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