Joachim Rukwied
Christel Grommel | am

DBV-Forderungen zur EU-Agrarministerkonferenz

DBV- und Copa-Präsident Rukwied appelliert an die EU-Agrarpolitiker, bei den anstehenden Entscheidungen die wirtschaftlichen Notwendigkeiten der landwirtschaftlichen Betriebe in Europa stärker zu berücksichtigen.

Die EU müsse vorrangig die heimische Erzeugung stützen und eine Abwanderung auf andere Kontinente vermeiden, um mehr Nachhaltigkeit und Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen.

"Die Erfahrungen mit der Corona-Krise zeigen, wie wichtig eine eigenständige, wettbewerbsfähige und qualitativ hochwertige Erzeugung von Lebensmitteln aus den Händen europäischer Bauern ist. Dies wird bisher im Green Deal und in der Farm-to-Fork-Strategie völlig vernachlässigt. Daher muss im Green Deal die Ernährungssicherung vorangestellt werden", forderte Rukwied.

Bei der Farm-to-Fork-Strategie und in der Biodiversitätsstrategie müsse die EU auf Lösungsstrategien statt auf politisierte Reduktionsziele setzen. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und eine bedarfsgerechte Düngung blieben unverzichtbar. Wenn neue Auflagen diskutiert würden, müsse zuerst eine Folgeabschätzung für die Ernährungssicherheit erfolgen.

Agrarbudget "knapp bemessen"

Der Beschluss der Staats- und Regierungschefs vom Juli 2020 über den Finanzrahmen sieht derzeit einen stabilen EU-Agrarhaushaushalt vor. "Angesichts der vielen Herausforderungen an den Märkten, im Klimawandel, im Ressourcenschutz und beim Generationswechsel ist das Agrarbudget gleichwohl knapp bemessen", stellte Rukwied fest. Die Einkommenssicherung für Landwirte müsse auf dem Weg zu einer "grüneren GAP" jedoch gewahrt bleiben. 

Zudem sprach sich Rukwied für eine stärkere Vereinheitlichung von rechtlichen Anforderungen und Standards der landwirtschaftlichen Erzeugung im EU-Binnenmarkt aus. Dies betreffe vor allem die Bereiche Tierhaltung/Tierschutz, Pflanzenschutz und Düngung sowie Umwelt- und Gewässerschutz. Für mehr Tierwohl in den Ställen sei eine Haltungs- und Herkunftskennzeichnung unerlässlich, um das hohe Standardniveau europäischer Agrarprodukte für die Verbraucher sichtbar zu machen. 

Beim Treffen der Agrarminister in Koblenz wird Bauernpräsident Joachim Rukwied teilnehmen und dort in seiner Funktion als Copa-Präsident ein Statement vor den EU-Agrarministern abgeben.

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