Lebensmitteleinzelhandel: Voller Einkaufswagen und Regale im Supermarkt
Christel Grommel | am

DBV will "Deutschland-Bonus" für heimische Lebensmittel

Der Deutsche Bauernverband (DBV) legt ein Forderungspapier vor, das an die vier großen Unternehmen des LEH (Aldi, Rewe, Edeka und Lidl) gerichtet ist. Hauptpunkte sind der Bonus für Erzeugnisse aus deutscher Landwirtschaft und die Vergütung von höheren Standards.

Darin fordert der DBV die Unternehmen auf, die Beziehungen zwischen Handel und der deutschen Landwirtschaft langfristig und grundsätzlich zu verändern.

"Die mangelnde Wertschätzung der Arbeit der deutschen Bauern seitens des Lebensmitteleinzelhandels muss endlich ein Ende haben. Dauerniedrigpreispolitik hat keine Zukunft und gefährdet bäuerliche Existenzen", so DBV-Präsident Rukwied. Lebensmittel aus der heimischen Landwirtschaft mit höheren Standards bräuchten einen Bonus. 

Der DBV fordere die Lebensmittelhändler auf, sich zu einem Verhaltenskodex zu verpflichten, indem beispielsweise die Ausrichtung der Verbraucherkommunikation nicht nur auf niedrige Preise ausgerichtet ist. Auch eine Selbstverpflichtung zum Aufbau langfristiger und verlässlicher Liefer- und Vertragsbeziehungen müsse Bestandteil sein.

Viele landwirtschaftliche Betriebe seien an der Grenze der Belastungsfähigkeit angelangt, die Nachfragemacht einiger weniger Unternehmen verhindere angemessene Vertragsbedingungen und Margen in der Lieferkette. Gleichzeitig belasteten immer mehr Auflagen die heimische Landwirtschaft. Die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und dem gesamten Lebensmitteleinzelhandel bedürfe daher neuer Rahmenbedingungen und einer grundlegenden Veränderung.

Das steht im DBV-Forderungspapier

Folgende Forderungen stellt der Verband in seinem Positionspapier: 

  • Förderung der heimischen Landwirtschaft in der Einkaufspolitik, diese soll konsequenter umgesetzt werden. Erfolgen soll dies über einen Deutschland-Bonus, der vollständig an die Landwirte weitergereicht werden muss.
  • Eine Selbstverpflichtung des Handels zum Ausstieg aus der "Dauerniedrigpreiskultur"
  • Höhere Qualitäts- und Erzeugungsstandards müssen verlässlich und voll bezahlt werden.
  • Es muss in den Aufbau langfristiger und verlässlicher Liefer- und Vertragsbeziehungen investiert werden, Marktpartner müssen zu langfristigen Vereinbarungen bereit sein.

Der DBV wies im Papier ausdrücklich darauf hin, dass Landwirte bereit seien, in höhere Standards und Anforderungen ihrer Abnehmer zu investieren. Voraussetzung sei jedoch eine volle Honorierung höherer Erzeugungskosten.

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    Gesetzliche Regelungen sollen angepasst werden

    Diese gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen sollten neu justiert werden:

    • Die ungleichen Kräfteverhältnisse in der Vermarktungskette müssen abgestellt werden. Das Kartellrecht muss weiterentwickelt und stärker auf den Schutz von Erzeugern und Zulieferern ausgerichtet werden. Aktive Maßnahmen zur Dekonzentration von Nachfragemacht müssen in Betracht gezogen werden. 
    • Durch eine flächendeckende Herkunftsbezeichnung muss Transparenz geschaffen werden. Heimische Tierhaltung und heimischer Anbau von Feldfrüchten und Sonderkulturen realisieren hohe Standards im Hinblick auf Produktqualität, Tierwohl und Verbrauchersicherheit.
    • Anwendung sämtlicher Regeln gegen unlautere Handelspraktiken. Die "graue Liste" der europäischen Richtlinie muss grundsätzlich als unzulässige Handelspraxis eingeordnet werden.
    • Qualifizierte Politikfolgenabschätzung durchführen: Neue Pflichten und Auflagen für landwirtschaftliche Unternehmen müssen einer Folgenabschätzung unterzogen werden.
    • Europäische Standards in der Handelspolitik flankieren: Die Einhaltung gleichwertiger Standards im Hinblick auf Prozess- und Produktqualität, Arbeitnehmerrechte und Umweltstandards insbesondere zum Klimaschutz muss zum festen Bestandteil der Handelsabkommen der Europäischen Union werden.
    Mit Material von DBV
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