Dirk Andresen von Land schafft Verbindung
Maren Diersing-Espenhorst | am

Dirk Andresen: Bundestagskandidatur und Ärger mit Tierschützern

Dirk Andresen, Sprecher von LSV, bewirbt sich um das Direktmandat für den Bundestag und hat gleichzeitig Ärger mit Tierschützern.

Der Landwirt hat der CDU-Geschäftsstelle in Schleswig offiziell seine Bewerbung für ein Direktmandat zur Bundestagswahl im Herbst 2021 verkündet, teilte er Mitte August in einem Facebook-Video mit. „Nicht nur schnacken, sondern auch machen“, sagte Andresen. Antreten will er im Landkreis Schleswig-Flensburg. Dort werde er sich am 31. August auf der Versammlung des CDU-Kreisverbandes zur Wahl stellen.


Ende vergangener Woche erhob Animal Rights Watch (ARIWA) Vorwürfe gegen Andresen, wie der Spiegel berichtete. Die Tierrechtsorganisation hat das Videomaterial aus einem Schweinestall im vorpommerschen Siedenbollentin nach Angaben von Mensch Tier Bildung e.V. von Aktivisten zur Verfügung gestellt bekommen und nun veröffentlicht. In der Schweinezucht und -mast, die laut ARIWA Dirk Andresen und seinem Vater gehöre, würden die Tiere in engen Kastenständen gehalten, so dass sie im Liegen nicht einmal ihre Beine ausstrecken könnten, heißt es auf der Website der Organisation unter anderem.

Eine Sau sei regungslos im Abferkelgitter vorgefunden worden und eine andere habe unter Entzündungen an den Zitzen gelitten. Des Weiteren zeige der Film verletzte und tote Ferkel, heißt es weiter. „Die Zustände in dieser Schweinezucht spiegeln den Branchendurchschnitt wider“, liest man in der Meldung der Organisation, die ankündigte, den Betrieb anzuzeigen.

 

Andresen weist Vorwürfe zurück

Andresen haben über einen Anwalt mitteilen lassen, dass in den letzten Monaten Kontrollen durch Bestandstierärzte, das Veterinäramt und unabhängige Audits stattfanden. Diese Kontrollen hätten keinerlei Anhaltspunkte für die vorgeworfenen Mängel geliefert. Andresen wolle aber unverzüglich das Veterinäramt informieren, berichtet agrarheute.

Als haltlos wiesen die Freien Bauern die Vorwürfe gegen Andresen zurück. „Wir haben manchmal andere Vorstellungen von Agrarpolitik als Dirk Andresen, aber wir wollen nicht schweigend zusehen, wie ein engagierter Berufskollege durch professionelle Hetze persönlich diffamiert wird“, sagte Reinhard Jung, Politikreferent der Freien Bauern und Biolandwirt aus dem brandenburgischen Lennewitz: „Krankheit und Tod gehören zur Natur. Vergleichbare Bilder gibt es auf jedem Betrieb mit Tierhaltung, auch bei mir.“
 

LSV: "Illegale Methoden des Spiegels"

LSV-Deutschland kritisiert in einer Stellungnahme die einseitige Berichterstattung sowie die illegalen Methoden der Bildmaterialbeschaffung des Spiegels. Bei den publizierten Bildern handele es sich um eine Momentaufnahme, die nichts über die Hintergründe und mögliche Ursachen aussage.

„Selbstverständlich billigen auch wir als Land schafft Verbindung Deutschland e.V. die Fotos und die Bilder der Videos nicht und Umstände, die zu solchen Situationen führen können, gilt es nachhaltig zu vermeiden. Schlussendlich aber gehört der Tod von Tieren zur Natur und kommt in jeder Form der Tierhaltung vor, nicht nur bei domestizierten Tieren und in der Nutztierhaltung“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Erstrebenswert seien Tierhaltungsformen, die solche wie vom Spiegel publizierten Bilder nicht zulassen, und müssten im Konsens mit der Gesellschaft erarbeitet und umgesetzt werden. Generell fordere LSV Deutschland einheitliche EU-Standards für landwirtschaftliche Erzeugnisse um einen fairen und nachhaltigen Wettbewerb zur Erzeugung von hochwertigen Nahrungsmitteln zu ermöglichen.

Mit Material von AgE/PM/agrarheute

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