Feld wird mit Schleppschlauch gedüngt
Christel Grommel | am

Düngeverordnung birgt "Fallen" für Landwirte

Viele Detailregeln, hoher Dokumentationsaufwand - die Verschärfung der Düngeregeln birgt für Landwirte einige Schwierigkeiten.

Am 1. Mai tritt die neue Düngeverordnung in Kraft. 

Landvolkvizepräsident Hennies sieht erheblichen Mehraufwand und Stolpersteine auf die Landwirte zukommen: "Landwirte und ihre Berater haben sich kaum an die unzähligen Änderungen aus dem Jahr 2017 anpassen können und müssen sich schon wieder mit neuen Vorgaben vertraut machen."

Die strengeren Vorgaben bringen auch noch deutlich höhere Dokumentationspflichten mit sich. Schon aufgrund dessen könnten Landwirte unbeabsichtigt in sanktionierte "Fallen" stolpern. 

Die Düngung wird sowohl in der Ausbringungsmenge als auch im Anwendungszeitraum stark eingeengt. Landwirte müssen innerhalb einer Frist von zwei Tagen jede Düngemaßnahme in ihren Kulturen und auf dem Grünland schriftlich dokumentieren und darüber hinaus kontinuierlich belegen können, dass sie die maximal zulässige Nährstoffzufuhr nicht überschreiten.

Das kommt milde gesprochen sehr ungelegen: "Diese Bürokratie fällt teilweise in die absolute Arbeitsspitze der Frühjahrs- und Herbstbestellung, dafür haben wir Landwirte überhaupt kein Verständnis", kritisiert Hennies.

Deutliche Einschnitte

Zu weiteren Änderungen zählt eine höhere Düngewirksamkeit der Wirtschaftsdünger. Damit wird die zulässige Ausbringungsmenge beschnitten. Und auch in der Zeitachse haben die Landwirte damit ein schmaleres Fenster. 

Die Bauern im Berg- und Hügelland Niedersachsens betreffen deutliche Einschnitte: Je nach Hangneigung für an Gewässern gelegene Flächen sind deutlich breitere Schutzstreifen als bisher vorgeschrieben.

Für die roten Gebiete sind noch weiter gehende Beschränkungen vorgesehen. Die zum 1. Januar 2021 inkrafttretende Regelung sieht unter anderem vor, die Stickstoff-Düngung auf 80 Prozent des Pflanzenbedarfs zu reduzieren. Laut Hennies lässt sich diese Regel "nach unserer Überzeugung nicht mit den Ansprüchen einer guten fachlichen Praxis vereinbaren“. 

Auch das aus Umweltsicht höchst fragwürdige Verbot der Düngung zu Zwischenfrüchten und Wintergerste im Herbst gilt explizit in den Roten Gebieten.

Mit Material von Landvolk Niedersachsen

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