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Edith Kahnt-Ralle | am

Düngeverordnung: Das sind die wesentlichen Inhalte

Am 27. März wurde im Bundesrat die Novelle der Düngeverordnung beschlossen. Was sind die wesentlichen Inhalte?

Dies sind die bundesweiten Maßnahmen der Düngeverordnung

  • Ein höherer Düngebedarf infolge nachträglich eintretender Umstände darf den ursprünglich ermittelten Düngebedarf um höchstens 10 % überschreiten
  • Verbindliche Anrechnung der N-Düngung im Herbst zu Winterraps und Wintergerste in Höhe der pflanzenverfügbaren Menge auf den N-Bedarfswert dieser Kulturen im Folgefrühjahr
  • Erhöhung der Gewässerabstände ohne Düngung: 

    - von 1 m auf 3 m bei Flächen ab 5 % Hangneigung
    - auf 5 m bei Flächen ab 10 % Hangneigung
    - von jetzt 5 m auf 10 m in hängigem Gelände ab 15 % Hangneigung

  • Ab 5 % Hangneigung sind Düngemittel auf unbestelltem Ackerland sofort einzuarbeiten; auf bestellten Ackerflächen ist die Düngung bei Reihenkultur ≥ 45 cm nur mit Untersaat oder sofortiger Einarbeitung, ohne Reihenkultur nur bei ausreichendem Pflanzenbestand bzw. Mulch-/ Direktsaat zulässig
  • Verpflichtung zur Aufteilung der Düngegabe ab einer Hangneigung von 10 %, wenn der Düngebedarf mehr als 80 kg Gesamtstickstoff je Hektar beträgt
  • Verkürzung der Einarbeitungszeit für flüssige Wirtschaftsdünger bei der Aufbringung auf unbestelltes Ackerland auf eine Stunde ab 1.2.2025
  • Bei der Berechnung der 170 kg-N/ha-Obergrenze für organische Düngemittel dürfen Flächen mit Düngebeschränkung nur bis zur Höhe der tatsächlich zulässigen N-Düngung eingerechnet werden
  • Verlängerung der Sperrfrist für Festmist und Kompost um zwei Wochen vom 1.12. bis zum 15.1.
  • Einführung einer Sperrfrist für das Aufbringen von phosphathaltigen Düngemitteln auf Acker- und Grünland flächendeckend vom 1. Dezember bis zum 15. Januar
  • Begrenzung der Aufbringung flüssiger organischer Düngemittel auf Grünland im Herbst auf 80 kg Gesamtstickstoff je Hektar
  • Ersatz des Nährstoffvergleichs durch eine Aufzeichnungspflicht der tatsächlich ausgebrachten Dünger,
  • Falsche oder unvollständige Aufzeichnungen (der tatsächlichen Düngung) können zukünftig mit bis zu 50.000 Euro statt bisher 10.000 Euro bewehrt werden
  • Verpflichtung der Länder zur Umsetzung der neuen DüV in entsprechende Landesverordnungen innerhalb von sechs Monaten nach Inkrafttreten der neuen DüV
  • Erhöhung der Mindestwirksamkeit von Rinder- und Schweinegülle sowie flüssigen Gärresten um 10 Prozentpunkte auf Ackerland ab 1.2.2020 und auf Grünland ab 1.2.2025
  • Ergänzung der Tabellen mit den Nährstoffgehalten pflanzlicher Erzeugnisse um die Phosphatgehalte.

Maßnahmen ab 1. Januar 2021

Folgende Maßnahmen in den besonders mit Nitrat belasteten Gebieten sollen erst ab dem 1.1.2021 gelten.

In den besonders stark mit Nitrat belasteten Gebieten werden erstmals bundesweit folgende verpflichtende Maßnahmen vorgeschrieben:

  • Verringerung des Düngebedarfs um 20 Prozent im Durchschnitt der Flächen des Betriebes, die dieser in nitratbelasteten Gebieten bewirtschaftet (Ausnahmen für gewässerschonend wirtschaftende Betriebe, die weniger als 160 kg Gesamtstickstoff je Hektar und davon nicht mehr als 80 kg Gesamtstickstoff je Hektar in Form von mineralischen Düngemitteln aufbringen; Länderermächtigung, unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen für Dauergrünland vorzusehen)
  • Einführung einer schlagbezogenen Obergrenze für die Ausbringung von organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln in Höhe von 170 kg Gesamtstickstoff je Hektar (gilt nicht für gewässerschonend wirtschaftende Betriebe; s.o.)
  • Verbot der Herbstdüngung von Winterraps und Wintergerste sowie von Zwischenfrüchten ohne Futternutzung (Ausnahme für Winterraps, wenn durch eine Bodenprobe nachgewiesen wird, dass die verfügbare Stickstoffmenge im Boden unter 45 kg Stickstoff je Hektar liegt)
  • Stickstoffdüngung bei Kulturen mit einer Aussaat oder Pflanzung nach dem 1. Februar nur, wenn auf der betroffenen Fläche im Herbst des Vorjahres eine Zwischenfrucht angebaut wurde (Ausnahme bei spät geernteter Vorfrucht im Herbst und in besonders trockenen Gebieten)
  • Verlängerung der Sperrfrist, in der kein Festmist und Kompost ausgebracht werden darf, auf drei Monate (1.11. bis 31.1., derzeit 15.12. bis 15.1.).
  • Verlängerung der Sperrfrist für Grünland um vier Wochen (1.10. bis 31.1., derzeit 1.11. bis 31.1.)
  • Begrenzung der Aufbringung flüssiger organischer Düngemittel auf Grünland im Herbst auf 60 kg Gesamtstickstoff je Hektar
  • Der Katalog der optionalen Maßnahmen in den mit Nitrat belasteten Gebieten wird zudem um die schlagbezogene Absenkung der Obergrenze von 170 kg Gesamtstickstoff je Hektar und Jahr für organische und organisch-mineralische Düngemitteln auf 130 kg Gesamtstickstoff pro Hektar und Jahr für Ackerflächen ergänzt
  • Außerdem wird der Katalog für zusätzlich zu ergreifende Maßnahmen in besonders nitrat-belasteten Gebieten für weitere Maßnahmen der Länder geöffnet, sodass die Länder regional lösungsorientierte Maßnahmen ergreifen können.

Vorgaben der Landesdüngeverordnung

Aktuell gelten die Vorgaben der Landesdüngeverordnung vom 6. 12. 2019 in den roten (Nitrat) und grauen (Phosphat) Gebieten:

  • Untersuchungspflicht für Wirtschaftsdünger (nicht für strohreiche Festmiste)
  • Einarbeitungspflicht für Wirtschaftsdünger auf unbestelltem Ackerland binnen einer Stunde
  • Sieben Monate Lagerraum für flüssige Wirtschaftsdünger und Gärreste ab dem 31.12.2021

Vorgaben für die Phosphatdüngung auf mit P hochversorgten Böden:

  • bei 25 mg P2O5/100 g Boden:
  • ab 1.1.2021 nur noch 75 % der P-Abfuhr,
  • ab 1.1.2023 nur noch 50 % der P-Abfuhr
  • bei 40 mg P2O5/100 g Boden:
  • ab 1.1.2021 nur noch 50 % der P-Abfuhr
  • ab 1.1.2023 keine P-Düngung mehr. 
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