Duschkopf, aus dem Wasser strömt - kommt in der Energiekrise die kalte Dusche?

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Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Energiekrise: Kalte Dusche in jeder Hinsicht

In der Energiekrise könnte noch eine kalte Dusche auf uns zukommen - aber nicht nur buchstäblich unter der Dusche zu Hause.

Moin liebe Leserinnen und Leser, üben Sie auch schon das kalte Duschen, wie von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gefordert? Ich sehe schon einen erneuten Ansturm auf die Wim-Hof-Methode. Der Niederländer propagiert unter anderem das Eisbaden, denn Kälte in Verbindung mit einer bestimmten Atemtechnik solle gut für die Abwehrkräfte und damit die Gesundheit sein.

 

Sehenden Auges in die Energiekrise

Wenn der Bundesregierung schon nichts Besseres einfällt, als die Bevölkerung zum kalten Duschen aufzufordern, um gegen die bevorstehende Energiekrise anzuarbeiten, sollte sie vielleicht Wim Hof einladen. Er könnte in Deutschland kostenlose Seminare anbieten, um die Menschen zu überzeugen, auf warmes Wasser zu verzichten. Oder wir starten wieder die unsägliche Ice-Bucket-Challenge und überschütten uns gegenseitig mit Eimern voller Eiswürfel. Diese Vorschläge sind mindestens genauso absurd wie der von Minister Habeck.

Die Bundesregierung – besser die Bundesregierungen – sind in diese, man muss schon sagen, nächste Krise, sehenden Auges gerannt. Man hat den Atomausstieg forciert, ohne für alternative Energiequellen zu sorgen. Gleiches gilt für die Kohle. Nun wird das Gas knapp. Gleichzeitig will sie den Umstieg auf E-Mobilität und der dafür benötigte Strom fehlt. Denn der Ausbau alternativer Energien wurde nicht entsprechend vorangetrieben. Da kann es uns Bürgern nur eiskalt den Rücken runterlaufen – nicht nur beim Duschen.

Politik ohne Folgenabschätzung

Wie sollen wir denn bitte schön mit kaltem Duschen die Energiekrise, die Klimakrise, die Coronakrise, die Inflationskrise, die Ukrainekrise oder die Wirtschaftskrise in den Griff bekommen?

Verstehen Sie mich nicht falsch, liebe Leserinnen und Leser, es geht mir nicht darum, dass wir nicht alle gemeinsam an Lösungen arbeiten sollten. Aber genau da sehe ich das Problem: Die aktuelle Situation zeigt für mich ganz deutlich, dass hierzulande Politik nach Populismus und ohne jegliche Folgenabschätzungen oder fachliche Expertise gemacht wird. Und das ist inakzeptabel.

Kopflose Agrarpolitik seit Jahren

Ihnen, liebe Landwirtinnen und Landwirte, muss ich das nicht erklären, denn Sie erleben diese Art der Politik seit Jahren. Sei es beim Umbau der Tierhaltung, dem Ausbau der ökologischen Landwirtschaft oder dem Abbau des Pflanzenschutzes.

Nun weitet sich dieses kopflose und unbedachte Handeln auf die gesamte Wirtschaft und die Bevölkerung aus. Nicht mehr nur die Agrarbranche ist betroffen, sondern die gesamte Republik. Durchdachte Lösungsansätze: Fehlanzeige.

Verehrte Damen und Herren der Politik, manchmal hilft eine kalte Dusche, um den Kopf frei zu bekommen. Vielleicht sorgt das für erfrischende Gedanken und eine klarere Sicht auf die Situation im Land und bei den Menschen, für die Sie Verantwortung tragen.

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