Erntedank
Meinung | Albert Schulte to Brinke, Präsident des Landvolkes Niedersachsen | am

Erntedank: Wir wollen Gutes noch besser machen

Alle Jahre wieder danken Landwirte mit den Kirchen für das erfolgreiche Einbringen der Ernte, erinnert Albert Schulte to Brinke, Präsident des Landvolkes Niedersachsen, an das bevorstehende Erntedankfest.

Doch 2020 ging nicht nur oft der bange Blick zum Himmel mit der Frage „Gibt es genug Regen?“ – in diesem Jahr stand auch die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern unter dem Einfluss der Coronapandemie.

Innehalten und danken

Im Frühjahr wurde ein Einreisesstopp für ausländische Erntehelfer verhängt. Erst das massive Drängen der Bauernverbände hat bewirkt, dass die Saisonarbeitskräfte unter Auflagen ins Land kommen durften. Jetzt dürfen wir innehalten und danke sagen für eine solide Ernte, die uns trotz aller Widrigkeiten überwiegend zuversichtlich auf die nächsten Monate blicken lässt.

Verbraucher können sich auf uns verlassen

Erntedank erinnert uns auch an die Zeiten, in denen gute Erträge noch überlebenswichtig waren. Heute sind gesunde und bezahlbare Lebensmittel immer verfügbar. 2020 gab es das dritte Jahr in Folge zu wenig Regen. Dennoch ist die Ernte recht ordentlich.

Albert Schulte to Brinke, Präsident des Landvolk Niedersachsen

Verbraucher können sich darauf verlassen, dass Landwirte ihre harte Arbeit auch unter schlechten Umständen nicht ruhen lassen. Wir sorgen dafür, dass die Regale in den Geschäften gut gefüllt sind. Das ist allen bewusst geworden, als im Frühjahr durch die Pandemie auch die Frage nach einer ausreichenden Versorgung mit Lebensmitteln gestellt worden ist. Diese besondere Zeit brachte viele Menschen zum Nachdenken.

Dialog und Gleichgewicht

Arten- und Tierschutz zeigen, wie nachhaltig wir uns mit diesem Spektrum auseinandersetzen müssen. Strenge Regeln bei uns verlagern die Tierhaltung in Länder mit geringeren Standards. Ist das gewollt? Ich wünsche mir – wie beim Niedersächsischen Weg – einen Dialog und ein Gleichgewicht.

Bauern denken in Generationen, unsere Familien brauchen verlässliche Rahmenbedingungen für langfristige Investitionen, denn wir wollen Gutes noch besser machen, und nicht an widersprüchlichen Auflagen verzweifeln müssen. Die Interessen der Landwirte müssen geschützt werden; ihr Wirtschaften muss auskömmlich bleiben.

Tradition erhalten

Doch zurück zum Erntedank: Es wird nicht nur gemeinsam mit den Kirchen unter Coronabedingungen gefeiert. Organisationen wie die Landfrauen oder Landjugend sagen „virtuell“ danke und senden die biblische Botschaft „Man lebt nicht vom Brot allein“ digital um die ganze Welt. Das ist eine gute Tradition, die wir erhalten sollten.

Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Mehrleser-Funktion

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Audio und Video

✓ 1 Tag früher informiert

 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Agrarpolitik: Nährstoffbericht - Bedarf und Düngung nähern sich an
  • Pflanzenbau: Tipps zur Zuckerrübenaussaat
  • Tierhaltung: Wohlfühlatmosphäre für Kälber

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen