Kisten mit Erdbeeren vor Erdbeerreihen
Christel Grommel | am

Erntehelfer dürfen vermutlich länger bleiben

Das signalisierte die Bundesregierung. Seehofer stünde nach eigener Aussage einer Verlängerung der Sonderregeln zur Einreise "positiv gegenüber".

Agrarministerin Klöckner betonte, dass der Einsatz von ausländischen Fachkräften nach wie vor notwendig sei, unter Auflagen zum Gesundheitsschutz. 

Das von der Bundesregierung erlaubte Kontingent von bis zu 80.000 Saisonkräften im April und Mai werde laut Klöckner wohl nicht ausgeschöpft. Seit Anfang April bis Anfang dieser Woche waren 28.000 Arbeiter nach Deutschland gekommen, 5.500 sind noch angekündigt. 20.000 Saisonarbeiter hatten sich schon zuvor im Land befunden. 

Laut Klöckner sei für Mai abzusehen, dass die Betriebe mit Arbeitskräften ausreichend versorgt seien, wichtige Arbeiten hätten erledigt werden können. Eine Neuregelung ermögliche bereits auch, Saisonkräfte 115 Tage statt sonst 70 Tage sozialversicherungsfrei zu beschäftigen. Als nächstes stehen die Kirschernte und Arbeiten im Apfelanbau an. Sie will mit Seehofer über weitere Lösungen beraten.

Klöckner: Vorgaben einhalten

Die Agrarministerin forderte die Betriebe nachdrücklich auf, die Corona-Schutzvorgaben strikt einzuhalten. Dazu gehörten Quarantäneregeln, Abstand, eine verringerte Belegung von Unterkünften oder das Arbeiten in festen Gruppen. Sie sprach sich für Kontrollen seitens der Länderbehörden und Sanktionen aus. Zudem rief sie Verbraucher auf, mit dem Kauf heimischer Produkte den Erhalt einer regionalen Produktion zu unterstützen.

Von der Opposition kam scharfe Kritik an den Bedingungen für Erntehelfer. Linke-Fraktionsvize Ferschl sagte: "Erst der Spargel, jetzt Kirschen und Äpfel - die Lobby macht Druck, und die Regierung liefert." Die Zeche für billiges Essen zahlten weiter osteuropäische Erntehelfer. Trotz Kritik an Arbeitsbedingungen gehe die Zahl der Kontrollen zurück. FDP-Agrarpolitker Hocker warf Klöckner vor, die lückenhafte Umsetzung von Hygienemaßnahmen mit zweifelhaften Konzepten selbst verursacht zu haben.

Mit Material von dpa

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