Phil Hogan und von der Leyen

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Christel Grommel | am

EU-Handelskommissar Phil Hogan tritt zurück

EU-Handelskommissar Phil Hogan hat wegen Verstößen gegen Corona-Regeln in seiner Heimat Irland seinen Rücktritt erklärt.

"Es wurde immer klarer, dass die Kontroverse wegen meines jüngsten Besuchs in Irland von meiner Arbeit als EU-Kommissar ablenkte und meine Arbeit in den wichtigen nächsten Monaten untergraben würde", begründete Hogan am Mittwochabend seinen Schritt. 

"Ich respektiere seine Entscheidung. Für seine Zukunft wünsche ich ihm alles Gute", sagte die EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen.

Der Handelskommissar ist eine der wichtigsten Positionen in der mächtigen Brüsseler Behörde. Sie ist dafür zuständig, Handelsabkommen im Namen aller 27 Mitgliedsstaaten mit Partnern weltweit zu vereinbaren. Wer Hogans Posten übernehmen soll und ob es größere Personaländerungen geben würde, war zunächst unklar. Irland kann nun einen neuen Kommissar vorschlagen. Mehrere Vertreter verschiedener Parteien begrüßten den Rücktritt. 

Mehrere Corona-Verstöße

Die irische Regierung hatte dem 60-jährigen Hogan mehrere Verstöße gegen Pandemie-Auflagen während seines jüngsten Aufenthalts in seiner Heimat vorgeworfen. Hogan von der Fine-Gael-Partei hatte sein Amt als EU-Handelskommissar am 1. Dezember angetreten. Zuvor war er in der EU-Kommission von Jean-Claude Juncker für die EU-Agrarpolitik zuständig gewesen. Anfang der 1980er Jahre hatte der Ökonom vorübergehend den Bauernhof seiner Familie geführt, bevor er Parlamentsabgeordneter und später unter anderem Umweltminister wurde.

Hogan gilt als erfahrener und versierter Politiker und Verhandler. Zuletzt war der Ire sogar als möglicher neuer Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO) gehandelt worden. Als Handelskommissar hatte Hogan zuletzt vor allem Erfolge darin erzielt, den Handelsstreit mit den USA beizulegen. So handelte er mit Washington jüngst einen Deal über gegenseitige Zollerleichterungen aus. Weiteres große Themen für Hogan waren das geplante Handelsabkommen der EU mit Großbritannien sowie eine grundlegende Überprüfung der aktuellen EU-Handelspolitik.

Mit Material von dpa

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel suchen und merken

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
Produkte entdecken
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Ziegenmast als Nische
  • Gestiegene Betriebskosten abfedern
  • Wir findet man Mitarbeiter?
  • Kettensägenlehrgänge für Frauen
  • Grunddüngung im Herbst

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen