Julia Klöckner spricht auf einer Sitzung
Christel Grommel | am

EU-Tierwohllabel auf den Weg gebracht

Der EU-Agrarrat hat einstimmig Schlussfolgerungen für ein europaweit einheitliches Tierwohlkennzeichen beschlossen und die EU-Kommission beauftragt, aktiv zu werden. 

Julia Klöckner hatte das Thema erstmalig auf die europäische Agenda gesetzt und treibt es mit dem Beschluss nun weiter voran. 

Klöckner sieht einen Erfolg: "Für mehr Tierwohl in Europa ist der heutige Beschluss ein klares Bekenntnis, ein großer Schritt voran. Wir wollen ein europaweit gleiches Verständnis für höhere Standards erreichen. Gleichzeitig ist es Anreiz für die Tierhalter, ihre Bemühungen werden sichtbar. Beim tierwohlgerechten Umbau ihrer Ställe wollen wir sie unterstützen."

Wesentliche Punkte der Schlussfolgerung sind: 

  • Einheitliche, transparente Kriterien für mehr Tierwohl sollen entwickelt werden, die über den aktuellen gesetzlichen Mindeststandard hinausgehen.
  • Ein EU-weites Tierwohlkennzeichen soll für alle Nutztierarten unter Berücksichtigung ihrer gesamten Lebensspanne entwickelt werden.
  • Das Kennzeichen soll den Produzenten genügend Anreize bieten, ihre Tierwohlstandards zu erhöhen.
  • Es soll ein einheitliches, geschütztes Logo entwickelt werden.

Positive Resonanz bei Verbänden

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) begrüßte die Intiative als "genau richtig". Die europaweit einheitliche Herkunftskennzeichnung sei wichtig, um Transparenz und eine Basis für eine Preisdifferenzierung in der Ladentheke zu schaffen. Nun komme es auf eine sinnvolle und praxisgerechte Umsetzung an.

Der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) äußerte sich ebenfalls positiv: Es sei gut, dass Julia Klöckner ein EU-Label in Gang gesetzt habe. Damit erübrige sich ein deutscher Alleingang beim Tierwohllabel. 

Er führte die Kennzeichnung von Eiern als Beispiel an: "Die europäische Eierkennzeichnung zeigt, wie das Projekt zum Erfolg für Bauern, Tiere und Kunden wird. Alle Produkte am Markt müssen verpflichtend gelabelt werden, die Stufen unterscheidbar sein. Wie beim Ei muss der Kunde auf einen Blick erkennen, wie die Tiere der jeweiligen Stufe gehalten wurden. Dass es im Frischeibereich seit der Kennzeichnung faktisch keine Eier mehr gibt, die aus Käfighaltung stammen, zeigt, wie wirksam eine verpflichtende Haltungskennzeichnung ist."

Mit Material von ISN, BÖLW
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