Gerste
Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Farm-to-Fork-Strategie: Folgen abschätzen und dann entscheiden

Moin liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie vor einer Entscheidung stehen, überlegen Sie sich im Vorfeld ziemlich genau, welche Folgen diese Wahl für Sie, Ihre Zukunft und Ihr Umfeld haben könnte.

Ein ganz normaler Vorgang sollte man meinen – besonders, wenn es um eine wichtige Entscheidung geht.

Meiner Ansicht nach muss dieses Vorgehen, also das Abschätzen der Folgen einer Entscheidung, bei politischen Prozessen grundsätzlich und möglichst frühzeitig geschehen.

Ausnahme von der Regel

Dass dies nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme ist, mussten wir in den vergangenen Jahren mehrfach schmerzhaft erfahren. Beispiele haben wir hier wahrlich genug: Sei es die Förderung von Biogasanlagen, die zum Ausbau des Maisanbaus führten, oder – ich mag sie kaum erwähnen – die Düngeverordnung.

Folgenabschätzung ist überfällig

Nun fordern die Agrarminister, dass man doch die Folgen der Farm-to-Fork-Strategie abschätzen solle. Meine Damen und Herren Politiker, das ist überfällig.

Hier muss deutlich mehr Druck gemacht werden, denn die EU-Kommission scheint das Ganze auf die leichte Schulter zu nehmen. Das ist inakzeptabel. Wir dürfen die Erzeugung von Lebensmitteln in Europa nicht aufs Spiel setzen.

Fragile Lieferketten

Wie fragil unsere Lieferketten sein können, erleben wir alle gerade hautnah. Wer derzeit baut, bezahlt deutlich mehr für Baustoffe, als noch vor ein paar Monaten und viele Industriebetriebe haben Schwierigkeiten an Bauteile und Rohstoffe zu kommen.

So fehlen in der Produktion von Fahrzeugen, Computern oder Smartphones Elektrochips. Die Hersteller wissen oft nicht, welche Bauteile, sie in der nächsten Woche für ihre Produktion erhalten.

Knappe Bauteile

In den letzten Wochen hielten sich Gerüchte, dass Hersteller von landwirtschaftlichen Maschinen Spül- oder Waschmaschinen kaufen würden, um deren Schaltkreise auszubauen, umzuprogrammieren und in die Fahrzeuge einzubauen. Auf Anfrage bekam ich die lachende Gegenfrage, ob denn schon der 1. April sei. An den Gerüchten scheint also nichts dran zu sein. Aber dass Bauteile knapp sind, entspricht der Wahrheit.

Die Lage ist ernst

Die Situation zeigt aber den Ernst der Lage! Und wir sprechen hier „nur“ über Bauteile für Fahrzeuge und nicht über so lebensnotwendige Produkte, wie Nahrungsmittel!

Vor diesem Hintergrund möchte ich nicht nur alle Agrarminister, sondern alle politisch Verantwortlichen eindringlich darum bitten, nicht sorglos mit unserer Lebensgrundlage umzugehen und bevor einschneidende Entscheidungen getroffen werden, die Auswirkungen wissenschaftlich abklären zu lassen.

Ernährung sichern

Natur- und Klimaschutz sind wichtig, aber genauso wichtig ist die zuverlässige Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln. Wir können es uns nicht erlauben, hier in Europa Entscheidungen zu treffen, die uns dazu zwingen, Nahrungsmittel aus womöglich weit entfernten Drittländern zu importieren und unser gutes Gewissen zu exportieren. Damit ist dem Klimaschutz nicht geholfen.

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