Maren Diersing-Espenhorst | am

Fehler passieren, reden wir drüber

Afrikanische Schweinepest in Deutschland? Keine Panik, das war zum Glück nur eine Falschmeldung. Das erste Barcamp "StadtLandFood" im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium zeigte, wie Kommunikation funktionieren kann.

Moin liebe Leserinnen und Leser, am vergangenen Wochenende bin ich kurzfristig in Panik geraten, als ich auf der Internetplattform Spiegel Online las, dass in Deutschland die Afrikanische Schweinepest (ASP) aufgetreten sei… So schnell bin ich wohl noch nie aus dem Bett gesprungen, das Smartphone in den panikschweißgebadeten Händen. Da war der Laptop noch vor der Kaffeemaschine an – und der Puls auch ohne Koffein ganz oben.

Hintergrund war ein Artikel über den Handelsstreit zwischen den USA und China.

Falschmeldungen: Fehler passieren

In diesem Bericht wird zudem erklärt, dass zehn europäische Länder ASP-Ausbrüche gemeldet hätten, in Deutschland sei die Seuche aber bisher nur in Einzelfällen aufgetreten. Inzwischen ist die Meldung auf der Internetseite korrigiert worden. Es gab bisher keine ASP-Fälle in Deutschland und ich hoffe, das bleibt so.

Diese Meldung hat mir wieder deutlich vor Augen geführt, dass Fehler passieren. Man kann sie nie hundertprozentig ausschließen. Aber ein offener Umgang mit Fehlern oder Fehlinformationen ist wichtig. Das macht Spiegel Online übrigens vorbildlich. Sie schreiben unter den Artikel eine Anmerkung, in der dargestellt wird, dass es in einer früheren Version eine falsche Information gab.

Miteinander reden

Barcamp StadtLandFood

Ich habe mir vorgenommen, zukünftig einen toleranteren Umgang mit Fehlinformationen zu beherzigen. Das betrifft beispielsweise auch den Umgang mit den Verbrauchern – also auch den Kunden der Landwirtschaft. Sie wissen einfach nicht immer, genau wie ein Produkt erzeugt wird und was notwendig ist, damit ein Stück Fleisch, eine Scheibe Brot oder ein Glas Milch auf dem Tisch steht.

Sie können also auch nicht einordnen, warum zum Beispiel die Gülleausbringung für Landwirte in Roten Gebieten zum Problem werden könnte oder aber warum sich Ziele beim Tierwohl und dem Klimaschutz widersprechen. Damit sie solche Zusammenhänge und das Konzept Landwirtschaft verstehen, müssen wir es ihnen erklären. Das ist auch das Ergebnis des ersten Barcamps des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, bei dem sich alle Teilnehmer einig waren: Wir müssen mehr miteinander reden.

 

 

 

 

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