Acker und Agrarlandschaft
Anne-Maria Revermann | am

Fehlerhafte Messung der Nitratwerte in Niedersachsen?

In einigen Regionen werden die Nitrat-Messwerte stark angezweifelt. Das könnte Folgen für die Ausweisung der Roten Gebiete haben.

Aus einer Pressemitteilung der CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag geht hervor, dass eine Überprüfung der Messstellen zur Ausweisung der Roten Gebiete sinnvoll sei. Dies sollte möglichst erfolgen, bevor die schärferen Düngeregeln in Kraft treten.

Hintergund der Forderung ist, dass die CDU-Landtagsfraktion die Messwerte der Nitratbelastungen in einigen Regionen Niedersachsens stark anzweifelt. Martin Bäumer, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion äußerte sich dazu so:

„Durch die Binnendifferenzierung der Grundwasserkörper konnten die betroffen Regionen reduziert werden. Jedoch werden in einigen Regionen die Messwerte der Messstellen stark angezweifelt. Selbst Wasserschutzkooperationen, die seit Jahrzehnten vorbildlich arbeiten und den Nitrateintrag deutlich verringert haben, wiesen belastete Messstellen auf. Dies gilt es zu hinterfragen.“

 

Nitrateinträge nicht allein durch Landwirtschaft verursacht

Ob die Zweifel an den Messwerten berechtigt sind, müsse dringend geklärt werden, da sie die Ausweisung der Roten Gebiete infrage stellen könnten. Dabei stellt Bäumer die Frage in den Raum, warum nicht auch in Niedersachsen, so wie in Nordrhein-Westfalen, das Messstellennetz überprüft wird. Er halte den Schritt die Messstellen zu überprüfen, für sinnvoll.
 
„Es ist nach meiner Auffassung äußerst wichtig, das Verursacherprinzip in Gänze zu beachten, daher darf im Hinblick auf die Ausweisung von nitratsensiblen Gebieten der Fokus nicht ausschließlich auf der Landwirtschaft liegen. Der Eintrag von Nitrat und Phosphat von Kläranlagen muss in diesem Zusammenhang eine stärkere Berücksichtigung finden“, erläutert Bäumer weiter.

Die zu treffenden Maßnahmen zur Verringerung der Einträge dürften sich daher nicht allein auf die Landwirtschaft beschränken. Auch andere Teile der Gesellschaft müssten zu einer Verbesserung der Einträge beitragen.

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