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Christel Grommel | am

G7-Agrarminister: Offene Märkte und Unterstützung der Landwirtschaft

Die G7-Agrarministerinnen und -minister vereinbarten offene Märkte für Getreide und Agrarprodukte. Maßnahmen des BMEL sollen Landwirte unterstützen.

In ihrer heutigen, virtuellen Sondersitzung verständigten sich die Agrarminister auf offene Märkte, Verhinderung von Ausfuhrverboten und die Unterstützung von Hilfsorganisationen. Zu dem Treffen hatte Cem Özdemir eingeladen, Deutschland hat in diesem Jahr den Vorsitz der G7-Präsidentschaft. Der ukrainische Landwirtschaftsminister Roman Leschtschenko war ebenfalls zugeschaltet.

Solidarität mit der Ukraine

Özdemir erklärte absolute Solidarität mit der Ukraine. Man verurteile die russischen Aggressionen, Hilfe sei nun die oberste Maxime. Auch die Unterstützung der Länder, in denen Versorgungssicherheit droht, wurde zu einer Priorität erklärt. Özdemir verurteilte den gegen die Zivilbevölkerung gerichteten Krieg in der Ukraine.

Darauf einigten sich die G7-Agrarminister

  • absolut solidarisch an der Seite der Ukraine zu stehen.
  • die Ernährung in der Ukraine sicherzustellen und die ukrainischen Landwirte dabei zu unterstützen, ausreichend Lebensmittel zu produzieren.
  • zusammenzuarbeiten, um Transportprobleme für Lebensmittel oder die Rohstoffproduktion zu lösen.
  • alle restriktiven Signale und Maßnahmen, die Exporte beschränken und zu weiterer Preissteigerung führen, zu vermeiden.
  • alle Länder aufzufordern, ihre Lebensmittel- und Agrarmärkte offen zu halten.
  • künstlich überhöhte Preise nicht zu dulden und gegen jedes spekulative Verhalten, das die Ernährungssicherheit gefährdet, vorzugehen.
  • eine engmaschige Beobachtung der Agrarmärkte zu vereinbaren und das Marktinformationssystem AMIS zu stärken.
  • in dieser Krise ihre Klima- und Umweltverpflichtungen und die Ziele der nachhaltigen Entwicklung weiter zu verfolgen.
  • die gemeinsame Kooperation innerhalb der G7 mit internationalen Organisationen und Finanzinstitutionen fortzusetzen, um die globale Ernährung sicherzustellen, auch mit humanitärer Hilfe.
  • zu erklären, dass sie zusammenstehen mit den Partnern, und solidarisch mit der Regierung und den Menschen in der UKR.

BMEL bringt Maßnahmen zur Unterstützung der Landwirtschaft auf den Weg

Auch die Folgen für die deutsche Landwirtschaft sollen schnell und pragmatisch abgepuffert werden, so das BMEL. Die Maßnahmen des BMEL hätten daher schnelle Hilfen zum Ziel. Auch solle die Landwirtschaft insgesamt weniger krisenanfällig aufgestellt werden. Zentrale Herausforderungen für die Landwirtschaft stellen derzeit vor allem die hohen Energiepreise und Engpässe auf dem Futtermittelmarkt dar. Vor allem befürchtete Ausfälle bei den Getreideernten in der Ukraine sowie bei Lieferungen von Ölsaaten, Eiweißpflanzen und Getreide aus der Ukraine bereiten Sorgen. Das BMEL werde deshalb folgende erste Maßnahmen verwirklichen:

  • für 2022 als Ausnahmeregelung den Aufwuchs auf ökologischen Vorrangflächen der Kategorien „Brache“ und „Zwischenfrüchte“ als Futter freigeben. Damit kann ein Beitrag zur Futterversorgung geleistet und die Wirkungen der steigenden Futtermittelpreise für die Landwirtinnen und Landwirten abgemildert werden.
  • die bestehende Eiweißpflanzenstrategie ausbauen und finanziell stärken, um u.a. das Angebot an regional erzeugten Futtermitteln und damit die Unabhängigkeit Deutschlands bei der Versorgung mit GVO-freien Eiweißfuttermitteln auszubauen.
  • bestehende Programme zur Förderung von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien in der Landwirtschaft entbürokratisieren und attraktiver wie breiter bekannt machen, damit Geld besser bei den Betrieben ankommt. Damit soll die Landwirtschaft von fossilen Energien unabhängiger werden. Zudem soll für Verbraucherinnen und Verbraucher die Kostensteigerung bei Lebensmitteln gedämpft werden, für die Energiepreise ein relevanter Faktor sind.
  • sich auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass pragmatisch und flexibel alle Möglichkeiten geprüft werden, weiterhin eine tiergerechte Fütterung in der ökologischen Tierhaltung zu ermöglichen.

Bauernverband: Humanitäre Katastrophe vermeiden

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, forderte anlässlich des G7-Agrarministertreffens, alles politisch Notwendige auf den Weg zu bringen, um die auf Grund des Ukrainekriegs drohenden Ausfälle bei Getreide und Ölsaaten auszugleichen: „Wir gehen davon aus, dass die Einschränkungen beim Getreideexport aus Russland und der Ukraine zu massiven Engpässen in Nordafrika und Arabien führen werden.“ Man müsse nun für die Ernährungssicherheit in den betroffenen Ländern sorgen, um keine humanitäre Katastrophe zu erleben. „Wir deutschen Bauern sind bereit, unseren Teil dazu beizutragen, um diese weltweite Krise abzumildern“, so Rukwied.

Mit Material von BMEL, DBV
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