Supermarkt

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Janina Schuster | am

Gestiegene Erzeugerpreise: Lebensmittel werden teurer

Wer heute einkaufen gehen möchte, kämpft zunächst mit den hohen Preisen an der Tankstelle und danach mit denen von Gemüse und Co. Die Preise für Lebensmittel ziehen spürbar an.

Derzeit lässt sich beeindruckend anschaulich erklären, was Inflation ist und wie sie sich auswirkt. Es reicht die Fahrt zur Tankstelle oder nun auch in den Supermarkt. Letzteres liegt vor allem an gestiegenen Erzeugerpreisen. Doch was ist passiert? Am Freitag teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit, dass die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte im Januar weiter gestiegen sind. Im Vergleich zum Vorjahresmonat um mehr als ein Fünftel, also 21,1 Prozent. Seit Dezember 2021 ist das ein Anstieg um 1,7 Prozent. Das betrifft sowohl tierische Erzeugnisse (plus 19,3 Prozent) als auch Pflanzliche (plus 23,6 Prozent). Die Statistiker erklären sich den Anstieg mit dem seit Juli 2020 steigenden Getreidepreis. Dieser lag im Januar 28,5 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Kartoffeln und Raps über 60 Prozent teurer

Zwar wurde Gemüse im Januar mit minus 4,7 Prozent billiger, jedoch verteuerte sich der Raps um beeindruckende 60,2 Prozent. Einen ähnlichen Anstieg verzeichneten auch Kartoffeln (66,4 Prozent), die nach wie vor unter einer geringen Ernte und niedrigen Preisen von vor einem Jahr leiden. Bei den tierischen Erzeugnissen zogen die Preise ebenfalls an. Knapp ein Viertel über dem Vorjahresniveau (plus 26,1 Prozent) lag der Milchpreis zuletzt. Um gut 30 Prozent verteuerten sich Rinder, rund 3,7 Prozent sind es bei Schweinen. Letztere profitieren derzeit von einer gestiegenen Nachfrage der Gastronomie.

imago0052603294h.jpg

Größter Weizenerzeuger Europas unter Beschuss

Die Hintergründe der Preissteigerungen sind vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs keine Überraschung. Das Land wird auch als „Kornkammer Europas“ bezeichnet und ist einer wichtigsten Weizenerzeuger in Europa. Die Produktion der Ukraine kann die Preise des Getreides weltweit beeinflussen, auch wenn zusätzlich in anderen EU-Ländern große Mengen Weizen geerntet werden. Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied warnte vor dem Treffen der G7-Agrarminister an diesem Freitag vor kriegsbedingten Versorgungsengpässen. Zugleich sagte er, dass der mögliche Ausfall ukrainischer Getreidelieferungen andere Regionen stärker treffen würde als Europa. „Die Getreideversorgung ist aufgrund einer hohen Eigenerzeugung gesichert“, so Rukwied. Er sähe die Engpässe in Nordafrika und Arabien und mahnte, die EU müsse hier mit verstärkten Exporten Hilfeleistung bieten.

Düngemittelmarkt leidet weiter

Neben dem Weizen wird die Kriegssituation jedoch noch Einfluss auf eine ganz andere Thematik nehmen. So geht der Präsident davon aus, dass es bei Düngemitteln zu ersten Versorgungsengpässen kommen wird. Dort ist der Preis bereits sehr hoch und wird in Zukunft weiter steigen. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Erntemengen in Deutschland und damit auch auf die Lebensmittelpreise. Rukwied ist überzeugt: „Wir gehen davon aus, dass dieser Krieg die Preise noch weiter steigen lässt.“

Mit Material von dpa,rnd
219128.jpg

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel suchen und merken

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
Produkte entdecken
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Tag des offenen Hofes
  • Hitzestress bei Kühen vermeiden
  • Digitalisierung im Ackerbau
  • Gärreste: Techniken zur Aufbereitung
  • Herbizidstrategien im Spargel

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen