Weinkönigin Niedersachsenhalle Grüne Woche

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Meinung | Katja Schukies | am

Grüne Woche 2021 digital: "Da fehlte einfach Flair"

Drängelnde Menschen, stickige Luft, lange Wege von Halle zu Halle – wer schon einmal auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin war, weiß, wovon ich spreche.

Vor allem auch diejenigen, die bei einem der legendären Niedersachsenabende vergeblich versucht haben, von den angebotenen Köstlichkeiten einen kleinen Happs zu erhaschen – das ging nur mit viel Geduld und Stehvermögen. Denn einen Sitzplatz zu ergattern, war utopisch.

In diesem Jahr gab es statt voller Messehallen einen einsamen Sitzplatz im Büro. Statt Kochevents mit anschließender Häppchenverkostung – Kochshows mit Kamillentee am heimischen Küchentisch. Statt proppevoller Foren – Livestreams zu den verschiedensten Themen.

Denn die Grüne Woche fand statt, nur digital und konzentriert auf zwei Tage. Wie in den Vorjahren jagte ein Termin den nächsten, die IGW gilt nicht umsonst als der Auftakt des agrarpolitischen Jahres. Da wurde geredet, diskutiert und gechattet.

Charme mit technischer Herausforderung

Jedenfalls solange die Technik mitspielte. Denn wenn es daran hapert, nützt das üppigste digitale Angebot nichts. Podiumsdiskussionen, die Teilnehmer von drei Kontinenten zusammenschalten und bei der viele Menschen zuschauen wollen, haben Charme, bedeuten aber eine riesige technische Herausforderung.

Es ist unfreiwillig komisch, wenn eine digitale Runde über die herausragende Bedeutung der Digitalisierung für die Zukunft der Landwirtschaft diskutiert und die Übertragung ständig unterbrochen wird.

Netzausbau im Ländlichen Raum

Dabei ist den Organisatoren der IGW digital gar kein Vorwurf zu machen. Doch es zeigt deutlich, dass der Netzausbau in Deutschland, gerade im ländlichen Raum, schneller vorangetrieben werden muss. 5G an jeder Milchkanne wären optimal, 4G würden den meisten bäuerlichen Familien schon mal helfen. Denn in vielen ländlichen Gegenden ist die Netzabdeckung immer noch, gelinde gesagt, mies.

Wenn auf dem Hof dann noch nicht einmal mehr ein Festnetzanschluss oder ein Kabel für den Internetanschluss vorhanden ist, wird jedes Homeschooling, jeder Antrag zu einer Herausforderung. Manchmal sogar zum Glücksspiel, wie kürzlich der Server-Zusammenbruch bei der Rentenbank zeigte.

Informationsfülle punktete

Trotz der technischen Probleme konnte die digitale Grüne Woche mit ihrer Informationsfülle punkten. Da zeigten unterschiedliche Nationen ihre Konzepte für die Agrarbranche, Unternehmen stellten ihre neuen Produkte und Ernährungstrends vor, Experten aus aller Welt diskutierten über die Zukunft der Land- und Ernährungswirtschaft.

Manchmal wirkte dies aber seltsam „blutleer“. Wie man auch digital Emotionen transportieren kann, zeigte der Niedersachsenabend! 

Was also bleibt?

Die erste IGW digital hat viele Ansatzpunkte geliefert, die in künftige „Vor-Ort-Messen“ eingebunden werden können. Die Veranstalter arbeiten bereits an entsprechenden Konzepten.

Und dennoch: Ich habe die vielen persönlichen Gespräche vermisst und (ja!) auch die drängelnden Menschen, die manchmal stickige Luft, die langen Laufwege – kurzum: Das Flair der „echten“ Grünen Woche…hach.

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