Berlin-Wir haben es satt_Demo
Anne-Maria Revermann | am

Grüne Woche: Umweltschützer fordern Agrarwende

Alljährlich fordern zur Grünen Woche in Berlin Landwirte, Umwelt- und Verbraucherschützer ein Umsteuern der Landwirtschaft. Julia Klöckner spricht von "massivem Umbruch der Landwirtschaft" und "städtisch geprägtem Wunschdenken".

Die Grüne Woche findet 2021 nur digital statt, deshalb zogen die Demonstranten unter dem Motto „Wir haben es satt“ mit rund 30 Traktoren zum Kanzleramt. Aufgerufen hatte ein Bündnis aus 60 Organisationen, das „industrielle“ Landwirtschaft stoppen will.

Gefordert wird beispielsweise, die Zahl der Tiere und den Fleischkonsum deutlich zu senken. Die Demonstranten riefen dazu auf, gemalte Schuhabdrücke samt Forderung zu schicken, um diese als Protestbild vor dem Kanzleramt zu platzieren. So solle gemeinsam für die Agrarwende abgestimmt werden.

Klöckner: "Wunschgefühl nach heiler Welt"

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat die Bauern gegen Kritik von Umwelt- und Tierschützern verteidigt. Die Landwirtschaft sei massiv im Umbruch. Kritiker würden die Leistungen der Bauern nicht anerkennen, etwa dass sie weniger Pflanzenschutzmittel einsetzten.

Bestimmte Gruppierungen folgten stattdessen in der Debatte dem "Wunschgefühl nach heiler Welt". Die Diskussion sei dabei oft durch eine städtische Sicht geprägt.

 

Regionale Lebensmittel, regionale Bauern

Tier- und Umweltschutz müssten mit Ökonomie verbunden werden, dies sei eine soziale Frage, sagte Klöckner auf der digitalen Grüne Woche. "Will ich regionale Lebensmittel haben, muss ich auch regionale Bauern haben", so Klöckner.

Große Sorge bereite ihr die Konzentration im Lebensmittelhandel. 85 Prozent der Marktmacht liege bei vier Unternehmen. Vor der Bundestagswahl im September griff Klöckner Grüne und SPD an. Die Grünen wollten mit Feindbildern in den Wahlkampf gehen, sie hätten ein anderes Verständnis von Nachhaltigkeit als die Union. Das gelte auch für Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Sie sehe nur die Ökologie, nicht aber die Ökonomie.

Mit Material von dpa
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