Feldmaus
Anne-Maria Revermann | am

Grünlandumbruch: Antragsverfahren zu kompliziert

Nach den Feldmäusen plagt Grünlandbauern nun die Bürokratie. Eine pauschale Genehmigung zum Umbruch und der Neuansaat von Wiesen wäre wünschenswert, so das Landvolk.

Nach dem Feldmausmonitoring der Landwirtschaftskammer wäre eine pauschale Genehmigung zum Umbruch und der Neuansaat von Wiesen und Weiden wünschenswerter gewesen, schildert Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender im Landvolk Wesermarsch.

Allein in der Wesermarsch dürfte jeder vierte Milchviehhalter deutliche Schäden melden, die betroffene Fläche wird auf mindestens 150.000 Hektar beziffert. Entlang der Küste und auch auf vielen Wiesen und Weiden im Binnenland haben sich die Feldmäuse in Massen vermehrt und erhebliche Schäden an der Grasnarbe verursacht.

Beweisfotos kahl gefressener Flächen

Die Landwirte verfügen nach den zwei Trockenjahren über keine nennenswerten Grundfuttervorräte mehr, viele haben teures Futter zugekauft oder den Jungtierbestand bereits verringert, damit sie ihr Vieh überhaupt füttern können.

„Dies alles belastet die Betriebsleiter sehr, sie müssen jetzt schnellstens ihre Wiesen wieder einsäen, um weitere Ausfälle zu verhindern“, erläutert Padeken. Aber bevor die Bauern mit dieser Arbeit loslegen können, sollen sie Beweisfotos der kahl gefressenen Flächen und entsprechende Anträge an die Genehmigungsbehörden schicken.

Hintergrund ist das Verbot des Grünlandumbruchs. Auf den kahlen Flächen, wo zurzeit kein Gras nachwächst, dürfen die Landwirte nicht ohne Genehmigung mit dem Pflug die notwendige Bodenbearbeitung vor einer neuen Aussaat vornehmen. „Hier muss eindeutig pragmatisch und praxisnah entschieden werden“, fordert Padeken.

Not der Bauern ausgenutzt

Erbost reagiert Padeken auf die offensichtliche Absicht einiger Naturschutzverbände, die Entwicklung extensiven Grünlandes in Wiesenvogelschutzgebieten zu bevorzugen.

„Hier wird die Not der Bauern noch ausgenutzt“, sagt der Landwirt. Auf absolutes Unverständnis stößt daher die in diesem Zusammenhang ausgesprochene Empfehlung einiger Behördenvertreter und Umweltverbände, auf eine natürliche Regeneration der Wiesen und Weiden zu warten. Dann dürften sich Moos, Ampfer, Vogelmiere und im Laufe der Jahre zusätzlich Sumpfschachtelhalm und Jakobskreuzkraut ausbreiten, vermutet das Landvolk.

Mit Material von Landvolk Pressedienst

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