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Christel Grommel | am

Handel und Landwirtschaft gründen Koordinationszentrale

Zwischen dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und der Landwirtschaft gab es heftige Auseinandersetzungen, zahlreiche Proteste seitens der Landwirte fanden statt. Nun haben führende Wirtschaftsverbände des Handels und der Landwirtschaft eine Koordinationszentrale etabliert.

Der Handelsverband Deutschland e.V. (HDE), der Deutsche Bauernverband e.V. (DBV), und der Deutsche Raiffeisenverband e.V. (DRV) verständigen sich in einer gemeinsamen Erklärung auf die grundlegende Verbesserung der Zusammenarbeit in der Lieferkette. 

Mit der Einrichtung einer "Zentrale Koordination Handel Landwirtschaft" (Koordinationszentrale) wollen die Marktpartner neue Wege gehen, um Konflikte gemeinsam zu erörtern und auf neutraler Ebene zu lösen. Besserer Dialog und Klarheit sind die Ziele, ebenso wie die Vermeidung einer weiteren Verhärtung der Fronten. 

Gemeinsam erreichte Effizienzgewinne und höhere Wertschöpfung sollen allen Teilnehmern der Kette, insbesondere den Landwirten, zugutekommen.

QS und ITW bilden konzeptionelle Grundlage

Konzeptionelle Grundlage sollen die QS Qualität und Sicherheit GmbH sowie die Initiative Tierwohl (ITW) darstellen. Die Einrichtung einer Ombudsstelle ist geplant, ein gemeinsamer Lebensmittelkodex soll erarbeitet werden. Dieser soll verbindliche Verhaltensregeln sowie klare Prozesse zur Streitbeilegung festlegen.

Im Fokus stehen zunächst die Frischeartikel im Lebensmittelhandel, die im Wesentlichen die Produktgruppen Milch, Fleisch, Eier und Geflügel sowie Obst und Gemüse umfassen. Perspektivisch werden weitere Bereiche hinzukommen.

Die Marktpartner wollen Standards diskriminierungsfrei entwickeln und umsetzen. Dabei sollen bestehende wirtschaftsgetragene Standards wie das QS-Prüfsystem, QM-Milch und KAT sowie die ITW und andere bei Konflikten hinzugezogen werden.

Landwirtschaftliche Interessen vertreten

Gründer und Träger der Koordinationszentrale sind der Handelsverband Deutschland e. V. (HDE)., der Deutsche Bauernverband e. V. (DBV) sowie der Deutsche Raiffeisenverband e. V. (DRV). Weitere Verbände/Organisationen werden hinzugezogen und eingebunden.

Geleitet wird die Koordinationszentrale von Dr. Hermann-Josef Nienhoff, der Ende April als QS-Geschäftsführer in den Ruhestand tritt. Die Präsidenten/Vizepräsidenten der Träger bilden den Vorstand. Er initiiert und entscheidet über die Grundlagen der Arbeit der Koordinationszentrale und die Grundzüge des Lebensmittelkodex. 

Ein Lenkungskreis soll Vorschläge zu den Regeln, Maßnahmen und Aktivitäten entwickeln, der auch das operative Führungsgremium bilden wird. Hier soll auch die fachgerechte Einbringung der landwirtschaftlichen Interessen besondere Beachtung finden. Dazu sollen Arbeitsgruppen dem Lenkungskreis zuarbeiten.

Möglicher Neuanfang?

"Diese gemeinsame Vorgehensweise kennzeichnet einen Neuanfang nach den immer wieder auftretenden Eskalationen zwischen Landwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel", sagt Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverband Deutschland (HDE).

DBV-Präsident Rukwied erklärte dazu: "Unsere landwirtschaftlichen Betriebe benötigen dringend eine Perspektive für bessere Marktbedingungen und für eine angemessene Honorierung von hohen Standards bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen."

Mit Material von DBV
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