Anton Hofreiter, Bündnis 90 - die Grünen
Anne-Maria Revermann | am

Hofreiter wirft Klöckner verantwortungslose Agrarpolitik vor

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner drücke im Zuge der EU-Agrarreform blind aufs Tempo und wolle, dass alles so bleibe wie bisher. Das sei "ökologisch verantwortungslos", kritisiert Anton Hofreiter.

Am Freitag (5. Februar) kamen die Agrarminister von Bund und Ländern auf einer Sonderkonferenz zusammen, um sich über ihr weiteres Vorgehen bei der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu verständigen.

Eine "verantwortungslose Agrarpolitik zulasten der Bauern", die "ökologisch verantwortungslos" sei, warf Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter erneut Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner vor. Wer wolle, dass Bäuerinnen und Bauern von ihrer Arbeit leben könnten, müsse angesichts des Klimawandels radikalere Änderungen bei der Landwirtschaft unterstützen.

Auch das Bundesumweltministerium um Svenja Schulze kritisiert Klöckner - die jedoch weist die Vorwürfe zurück.

"Wer bisher nicht mitgeredet hat, war vielleicht nicht ganz so wach"

Fest steht bereits, dass die Landwirtschaft in Europa durch die GAP-Reform nachhaltiger werden soll - es herrscht jedoch Uneinigkeit über den Weg dorthin. Umweltschutzorganisationen wie der WWF fordern, einen Großteil der Fördermittel an möglichst ambitionierte Umwelt- und Klimaschutzziele zu knüpfen.

Kritik gibt es von Klima- und Umweltschutzverbänden, bisher nicht genug eingebunden worden zu sein. Dem widersprach Klöckner vehement: Das geschehe die ganze Zeit. "Wer bisher nicht mitgeredet hat, war vielleicht nicht ganz so wach", so Klöckner.

Mit Material von dpa

Umweltministerium will mehr mitreden

Auch das Bundesumweltministerium beklagt, nur mangelhaft an Prozessen beteiligt zu sein. Julia Klöckner kontert auch hier: Das Umweltministerium sei in die Erarbeitung des Strategieplans zur GAP eingebunden worden und werde es auch künftig, heißt es in einem Brief von Klöckner an Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

Das Umweltministerium hatte wiederholt Kritik an der Vorgehensweise des Agrarministeriums geübt und Klöckner vorgeworfen, die Umweltressorts im Verhandlungsprozess um neue Öko-Auflagen für Bauern nicht ausreichend einzubeziehen. Klöckner verwies daraufhin auf die Zuständigkeit des Agrarministeriums.

Mit Material von dpa
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