Blumenwiese für Insekten
Christel Grommel | am

Insektenschutz: Jeder ist gefragt

In dieser Woche fand der zweite Runde Tisch zum Insektenschutz statt. Ministerin Schulze und DRV sehen nicht nur die Landwirte in der Pflicht. Der DBV mahnt, die Wirtschaftlichkeit nicht zu vergessen.

Umweltministerin Schulze sieht nicht nur die Bauern in der Pflicht, etwas gegen das Insektensterben zu tun, sondern auch die Städte. "Die Ursachen für das Insektensterben sind sehr vielfältig", sagte sie anlässlich des Runden Tisches. Insektenschutz müsse auf vielen Ebenen ansetzen: "Handlungsbedarf besteht nicht nur in der Landwirtschaft und auf den Agrarflächen, sondern auch in der Stadt und auf den Grünflächen." Konkret sprach sie auch das Thema Lichtverschmutzung an, die im Insektenschutzgesetz berücksichtigt werden soll. 

Julia Klöckner wies auf versiegelte Flächen in Städten hin, die auch zum Insektenschwund beitrügen. Bei Auflagen für weniger Pflanzenschutzmittel seien Augenmaß und eine Abschätzung der Folgen wichtig.

Am Runden Tisch nahmen Vertreter von Verbänden, Ländern, Kommunen und der Wissenschaft teil, um sich über Gegenmaßnahmen und Ursachen des Insektenschwunds auszutauschen. Auch die Initiative Land schafft Verbindung war dabei.

Stimmen von DRV und DBV

DBV-Präsident Rukwied forderte, die Wirtschaftlichkeit der landwirtschaftlichen Betriebe stärker zu berücksichtigen: "Wir sind bereit, den Weg der weiteren Veränderung mitzugehen und noch mehr für die Artenvielfalt zu tun. Dieser Weg muss wissenschaftlich begleitet werden, eine Folgenabschätzung muss durchgeführt werden. Die Zukunftsfähigkeit der Betriebe, aber auch die Versorgungssicherheit mit hochwertigen, heimischen Lebensmitteln darf nicht vergessen werden." 

Er kritisierte, dass das Aktionsprogramm sich ausschließlich auf die Landwirtschaft konzentriere und zentrale Probleme wie den ungebremsten Flächenfraß, Urbanisierung und Mobilität vernachlässige.

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) mahnte ebenso wie Ministerin Schulze an, dass jeder seinen Beitrag leisten müsse. "Der Insektenschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Neben der Agrar- und Ernährungswirtschaft stehen Kommunen und Privatpersonen in der Verantwortung", gab der Verband in einer Pressemitteilung an. Auch hier wurde der Trend zur Versiegelung von Flächen angesprochen.

 

SPD kritisiert Nabu

In Bezug auf den Artenschutz kritisierte die Fraktionsvorsitzende Modder das Vorgehen des Naturschutzbund (Nabu). Es gehe nicht an, dass der Naturschutzbund einerseits den Niedersächsischen Weg unterschrieben habe, gleichzeitig aber weiterhin für das laufende Volksbegehren werbe. Der Nabu könne nicht am Tisch mit der Landesregierung mitverhandeln und dann mit den Grünen parallel das Volksbegehren vorantreiben.

 

Mit Material von dpa, DBV, DRV
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