Gülle wird mit Schleppschlauch ausgebracht

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Katja Schukies | am

Junglandwirte in Niedersachsen fordern Zukunftsperspektiven

Der Berufsnachwuchs fordert eine praxisgerechtere Gestaltung der Düngevorgaben in den Roten Gebieten.

"Mit großer Unsicherheit sind wir niedersächsischen Junglandwirtinnen und Junglandwirte in das aktuelle Düngejahr gestartet", sagt Henrik Brunkhorst, Vorsitzender der Junglandwirte Niedersachsen.

Praxisgerechtere Gestaltung

Der Berufsnachwuchs fordert eine praxisgerechtere Gestaltung der Düngevorgaben in den Roten Gebieten. "Die ohnehin sehr angespannte Einkommenssituation vieler landwirtschaftlicher Betriebe wird durch die Einschränkungen in den Roten Gebieten weiter verschlechtert", meint Brunkhorst.

Auch wenn seit dem 15. März endlich Klarheit herrscht, welche Flächen in einem Roten Gebiet liegen, müsse die Übergangskulisse so schnell wie möglich ihre Geltung verlieren, plädiert der Vorsitzende.

Angekündigte Regionalisierung schnell umsetzen

Nordrhein-Westfahlen und Bayern machen vor, was möglich ist: Trotz vergleichbarer Nutzungsintensität liegt der Anteil der dortigen Roten Gebiete mit elf beziehungsweise 12 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche weit unterhalb des Anteils in Niedersachsen von derzeit 24,5 Prozent.

"Die Landesregierung muss die angekündigte Regionalisierung der Roten Gebiete schnellstmöglich umsetzten", sagt Brunkhorst. Die Junglandwirte begrüßen zwar, dass in Zukunft auch einzelbetriebliche Daten bei der Ermittlung der Roten Gebiete berücksichtigt werden sollen. Die Enni-Verordnung muss dazu jedoch praxisgerecht ausgestaltet werden. Niedrige Erträge durch Extremwetterlagen müssten zudem auch künftig Berücksichtigung finden.

Henrik Brunkhorst, Vorsitzender Junglandwirte

Nicht noch mehr benachteiligen

Wichtig sei, dass die ohnehin stark eingeschränkten Landwirtinnen und Landwirte in den Roten Gebieten nicht noch stärker benachteiligt werden. Die geplanten Vorgaben des Landes für das Ziehen der Frühjahrs-Nmin-Proben müssen praxisgerecht sein: Anstelle der Beprobung aller Einzelschläge müssen auch in Roten Gebieten Bewirtschaftungseinheiten zusammengefasst werden können. Sinnvoll sei die geplante Vorgabe zur Einarbeitung von Wirtschaftsdünger beziehungsweise Gärsubstrat innerhalb einer Stunde nach Ausbringung, um Ausgasungsverluste von Stickstoff zu vermindern.

Otte-Kinast und Lies um Unterstützung gebeten

Bei Betrieben, die bereits vorbildliches Gewässerschutzmanagement innerhalb von Roten Gebieten praktizieren, besteht Nachholbedarf: Sie müssten durch eigenes Handeln von den Auflagen befreit werden können. "Gerade diese Betriebe brauchen eine Chance, ihre Pflanzen wieder nach Bedarf versorgen zu können", erklärt Brunkhorst.

Die Junglandwirte haben die Agrarministerin Barbara Otte-Kinast und den Umweltminister Olaf Lies gebeten, sich für ihre Belange einzusetzen und sich auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene für die erforderlichen rechtlichen Änderungen stark zu machen.

Mit Material von LPD
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