Der Vorstand der Junglandwirtetag Niedersachsen e. V. und die Referenten
Madeline Düwert | am

Junglandwirte Niedersachsen: Den Lebenswandel für das Klima ändern

Extreme Hitze und heftige Schauer: Der Klimawandel fordert Landwirte. Wie wollen die Junglandwirte die Herausforderungen meistern?

Vor allem die Jüngeren wollen ihre Zukunft gestalten und sich den Auswirkungen des Klimawandels stellen. Das zeigte die gut besuchte Tagung der Junglandwirte Niedersachsen, Diepholz und Mittelweser mit dem Motto „Klimawandel und die Folgen für die Landwirtschaft.“ Rund 300 junge Menschen waren der Einladung in die Deula in Nienburg gefolgt.

Landwirtschaft ist eine Ursache des Klimawandels

Die Landwirtschaft ist ein Mitverursacher des Klimawandels. Das ist unbestritten, sagte Niklas Behrens, Vorsitzender der Junglandwirte Niedersachsen e. V.. Der Klimawandel müsse auf Augenhöhe mit allen Beteiligten diskutiert werden, sonst würde „sich in Zukunft auch das soziale Klima im ländlichen Raum ändern“, sagte er. Junglandwirte sollten deshalb kompetente Ansprechpartner in der Klimadiskussion sein und die Zukunft aktiv mitgestalten.

Walter Heidl, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, schränkte jedoch ein, dass sich Maßnahmen zum Klimaschutz und die Wünsche der Gesellschaft oft unvereinbar gegenüberstehen. Beispielsweise würden Tierwohlverbesserungen oft an Emissionsvorgaben scheitern.

Klima wird sich ändern

„34 Prozent der Treibhausgase werden der Landwirtschaft zugerechnet“, sagte Falk Böttcher vom Deutschen Wetterdienst. In Zukunft gäbe es mehr Hitzerekorde, die Temperaturen werden über das ganze Jahr gesehen zunehmen und Kältetage werden seltener auftreten.

Durch fehlende Schneedecken droht eine größere Gefahr für Frostschäden, die Frostgare des Bodens wird jedoch schlechter sein. In vielen Ländern der Erde werden die landwirtschaftlichen Erträge sinken. Um auf diese Herausforderungen reagieren zu können, „ist der Wassergehalt des Bodens elementar“, unterstrich Böttcher. 

Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), ist für eine langfristige Umstellung der Bodenbearbeitung.  Ein weiterer Vorteil sind widerstandsfähige Systeme, die sich durch eine große Vielfalt in allen Bereichen auszeichnen, sagte er. 

Diskussion um Anbau, Gesellschaft und Lebenswandel

In der anschließenden Podiumsdiskussion zielten die Fragen des Publikums zunächst auf die zukünftige Entwicklung von Kulturen und die Chance neuer Kulturpflanzen bei neuen Klimabedingungen. Die Zuhörer interessierten sich aber auch für das Imageproblem der Landwirtschaft und die gesellschaftlichen Erwartungen, die an Landwirte gestellt werden. "Die Menschen wollen auf der einen Seite mehr Tierschutz, sind aber nicht bereit, mehr Geld für Bioprodukte auszugeben“, sagte Heidl. „Wir müssen der Gesellschaft den Spiegel vorhalten". 

Jedoch gilt es zu bedenken, dass die Gesellschaft oft nur das Negative wahrnehme und nicht das, was die Landwirtschaft bereits leiste, sagte zu Löwenstein. Landwirte müssen weiter diskussionsbereit bleiben.

Er gab jedoch zu bedenken, dass der CO2 Gehalt in der Atmosphäre noch nie so hoch war, wie heute. "Wir sollten den Klimawandel als Katastrophe begreifen, wir sollten Panik kriegen und unseren Lebenswandel ändern.“

Mehr zum Junglandwirtetag lesen Sie in der LAND & Forst 09/19.

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  • Thema der Woche: Landwirte im Klimawandel - Täter, Opfer oder Retter?
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