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Meinung | Katja Schukies | am

Junglandwirtetag: Den Fuß in der Tür behalten

Landwirte hadern mit der Politik, wollen ihre Zukunft aber mitgestalten. Dafür ist die Zeit reif, sagt LAND & FORST-Redakteurin Katja Schukies.

Wer heutzutage Landwirt wird, ist so gut ausgebildet, wie selten eine Generation zuvor. Dementsprechend wollen viele junge Landwirte die Herausforderungen annehmen, die sich ihnen stellen, sie wollen die eigene Zukunft mitgestalten.

Und wie ihre erfahrenen Kollegen haben sie Lust auf ihrem Job – das wurde einmal mehr auf dem Junglandwirtetag in Burgdorf (Region Hannover) deutlich. Wie viel Spaß würde ihnen der Job erst machen, wenn die Politik ihnen nicht ständig Knüppel zwischen die Beine werfen würde?

Identifiziert sind diese „Knüppel“ längst: Mangelnde Verlässlichkeit, unsichere politische Rahmenbedingungen und überbordende Bürokratie führen die Liste an. „Wer will schon nach jedem Regierungswechsel Angst haben, dass Entscheidungen, die gestern getroffen wurden, morgen nicht mehr gelten?“ fragte Niklas Behrens, Vorsitzender der Junglandwirte treffend.

Mangelnde Verlässlichkeit, mangelnde Wertschätzung

Dabei ist die mangelnde Verlässlichkeit kein neues Phänomen, wie viele Landwirte schon in der Vergangenheit, etwa beim Stallbau, bitter erfahren mussten. Heutzutage werden Baugenehmigungen für dringend benötigte Güllelager langsamer erteilt, als es nach der neuen Düngeverordnung unbedingt nötig wäre. Und wo im Problemfall, wie etwa der Mäuseplage, „schnelle unbürokratische Hilfe“ versprochen wird, muss der Inhalt leider noch lange nicht dem Etikett entsprechen.

Erschwerend kommt der Wertewandel in der Gesellschaft dazu: Wenn wir hierzulande heute Ertragseinbußen oder gar Missernten haben, bleiben anders als noch vor wenigen Jahrzehnten die Regale im Supermarkt nicht leer, sondern werden mit Produkten aus anderen Ländern gefüllt. Dementsprechend erfahren die deutschen Landwirte nicht mehr die Wertschätzung, die ihnen eigentlich gebührt. Und das, obwohl sowohl die Produktionsstandards hierzulande als auch die Produktqualität, die deutsche Landwirte abliefern, spitze sind!

Doch in jeder Krise liegt eine Chance

Doch in jeder Krise liegt eine Chance – über die Landwirtschaft wurde schon lange nicht mehr so viel geredet, wie in jüngster Zeit. Landwirte sollten diese „offenen Türen“ dazu nutzen, Politik und Gesellschaft über die eigene Arbeit und ihren Wert aufzuklären. Sie müssen „klare Kante zeigen“ und überzeugend darlegen, dass Landwirte keine Verhinderer sein wollen, sondern da die Probleme anpacken, wo es Sinn macht.

Dafür müssen alle Berufskollegen auch weiterhin deutlich machen, was sie zur Bewältigung der Herausforderungen brauchen: Seien es flächendeckendes Internet, schnellere politische Entscheidungen und Baugenehmigungen oder Entschädigungen für zusätzliche Anforderungen. Denn wie Niklas Behrens sagte: „Auch Landwirte haben ein recht auf Teilhabe am Wohlstand.“ Damit Landwirtschaft hierzulande eine Zukunft hat.

Eindrücke vom Junglandwirtetag gibt es im Internet auf: www.landundforst.de

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