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Norbert Lehmann | am

Klatsche für Özdemir: Lebensmittelbranche verlässt Ernährungs-Dialog

Die Lebensmittelbranche will keine „Mitarbeit mit Alibi-Charakter“ leisten bei der neuen Ernährungsstrategie.

Der Dachverband der deutschen Lebensmittelbranche zieht sich aus dem von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir initiierten Verfahren zur Erarbeitung einer Ernährungsstrategie zurück. Das teilt der Lebensmittelverband Deutschland heute (25.10.) mit. Die Entscheidung gilt „bis auf Weiteres“. „Wir wollen nicht in den Verdacht geraten, lediglich Staffage in einem vorbestimmten, intransparenten Prozess zu sein“, sagte Christoph Minhoff, der Hauptgeschäftsführer des Verbandes. In der Organisation sind sowohl Unternehmen der Ernährungsindustrie wie Nestlé und Südzucker als auch Einzelhandelsriesen wie Edeka und Rewe vertreten. Auch zahlreiche Verbände wie etwa der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Milchindustrie-Verband (MIV) gehören dem Lebensmittelverband an.

„Pflanzenbetont in die Zukunft“

Die Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, Silvia Bender, hatte die Teilnehmer des Dialogverfahrens heute Morgen auf Twitter noch mit den Worten „Pflanzenbetont in die Zukunft“ begrüßt. Nur wenig später machte die Meldung vom Ausscheiden der deutschen Lebensmittelbranche aus dem Prozess die Runde. Die Veranstaltung des Bundesministeriums steht unter dem Motto „Für eine pflanzenbetonte Ernährung in Deutschland - Erkenntnisse aus dem Nationalen Dialog zum Ernährungsgipfel der Vereinten Nationen (UN FSS) für die Ernährungsstrategie der Bundesregierung“.

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Stehen Ziele und Handlungsfelder der Strategie schon vorher fest?

Der Lebensmittelverband erklärte, das vom Bund gewählte Verfahren biete keine adäquate Beteiligungsmöglichkeit der Verbände und Unternehmen. Es sei keine Bereitschaft des Ministeriums zu erkennen, auf entsprechende Vorschläge einzugehen. Der Verband betonte, grundsätzlich an einem konstruktiven, fairen und vorurteilsfreien Dialog interessiert zu sein. „Wir möchten gemeinsam an zielorientierten Lösungen arbeiten - so, wie wir es bei der Erarbeitung der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie getan haben“, heißt es in einer Presseverlautbarung des Dachverbandes. Das jetzt vom Ministerium gewählte Format ermögliche aber keine sinnvolle Einbringung derer, die die Ernährungsstrategie hinterher zum großen Teil umsetzen müssten. Die Einladung des Ministeriums erwecke den Eindruck, dass die Ziele und Handlungsfelder der Strategie bereits festgelegt seien. Eine Diskussion mit den verschiedenen Stakeholdern solle offenbar gar nicht weiter stattfinden. „Deshalb werden wir von einer Mitarbeit mit Alibi-Charakter absehen“, schloss die Branchenorganisation.

Mit Material von Lebensmittelverband Deutschland

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