Hochwasser
Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Klimawandel: Fläche muss geschützt werden

Moin liebe Leserinnen und Leser, Norddeutschland ist wunderschön. Wir haben Berge, Moore, Seen, Küsten und eine herrliche Kulturlandschaft.

All diese Landschaften sind, wie auch die Landwirtschaft, von der Witterung und den klimatischen Verhältnissen abhängig. Extremwettersituationen wie Starkregen, Hagelstürme, Hochwasser und Dürren haben uns dies – besonders in den vergangenen Jahren – noch einmal ganz deutlich vor Augen geführt und der Natur zu schaffen gemacht.

Klimakonferenz der norddeutschen Bundesländer

Diese Ereignisse führen dazu, dass sich der Blick auf die Ressource Wasser in Norddeutschland ändert. Vor diesem Hintergrund fand Anfang Juni eine Klimakonferenz der norddeutschen Bundesländer statt. Denn der Klimawandel führt zu steigenden Beeinträchtigungen und Schäden für Mensch und Umwelt sowie zu erheblichen Sachschäden in Norddeutschland.

Wasserverbrauch auf dem Prüfstand

Die Umweltminister und -senatoren halten es deshalb für erforderlich, Strategien zu entwickeln und rechtzeitig Maßnahmen voranzutreiben, die geeignet sind, Personen-, Sach- und Umweltschäden durch Starkregenereignisse und Trockenperioden auch für die kommenden Jahrzehnte möglichst gering zu halten.

Sie wollen zudem den Umgang mit Wasser auf den Prüfstand stellen.

Flächenversiegelung stoppen

Meines Erachtens gehört dazu nicht nur, dass Versickerungsflächen geschaffen werden, wie es die Ressortchefs vorschlagen, sondern vor allem, dass die Versiegelung der Flächen deutlich schneller reduziert oder besser noch gestoppt wird, als dies bisher der Fall ist.

Aktuell sind 6.687 km2 von 47.600 km2 der niedersächsischen Landesfläche Siedlungs- und Verkehrsfläche. Täglich kommen laut dem Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) im Durchschnitt 6,8 ha versiegelte Fläche hinzu. Pro Jahr errechnen sich so 2.482 ha, die Niedersachsen "verloren" gehen.

20.000 Hektar im Jahr

Deutschlandweit werden täglich durchschnittlich 56 ha der landwirtschaftlichen und naturbelassenen Flächen versiegelt. Auf ein Jahr berechnet liegen wir damit bundesweit bei über 20.000 ha.

20.000 ha – eine unfassbar große Fläche! Zum Vergleich: Der Nationalpark Harz umfasst eine Fläche von zirka 25.000 ha. Das Land Niedersachsen hatte es sich bereits vor Jahren zum Ziel gesetzt, den Flächenverbrauch auf drei Hektar pro Tag zu minimieren. Dieses Ziel scheint in weiter Ferne zu sein.

Wachsende Weltbevölkerung

Und das ist meiner Meinung nach unverantwortlich. Wir brauchen die landwirtschaftlich genutzte und naturbelassene Fläche einerseits dringend, um vor dem Hintergrund der wachsenden Weltbevölkerung Lebensmittel zu produzieren und als Versickerungsfläche für Wasser.

Andererseits soll immer mehr Acker dem Naturschutz zur Verfügung gestellt werden. Mit diesem Wissen können wir es uns nicht leisten, Tag für Tag wertvolles Acker- und Grünland zu verlieren.

Nicht den Weg verbauen

Hier muss die Politik zügig Lösungen entwickeln und Maßnahmen ergreifen, die diesen Flächenfraß stoppen.

Der Boden muss jetzt geschützt werden, sonst verbauen wir uns selbst den Weg zu einem vernünftigen Klima- und Wasserschutz.

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