Hochwasser
Meinung | Madeline Düwert | am

Klimawandel: Wir sollten nicht mehr glauben

Keine Zeit mehr, um skeptisch zu sein. Der Weltklimabericht zeigt: Der Klimawandel ist Gewissheit.

Die Türkei brennt. Griechenland, Bulgarien und Italien ebenso. 48,8°C hatte Italien zuletzt – im Schatten. Am Picadilly Circus in London schoben sich vor einigen Wochen Wassermassen vorbei, Fahrgäste der U-Bahn in China wurden vom Hochwasser überrascht und konnten sich noch in letzter Minute schwimmend aus den Tunneln im Untergrund retten. Kanada erlebte vor kurzem eine Hitzewelle, kurze Zeit später schneite es in Brasilien. Und wir erlebten im Westen Deutschlands eine Flut ohnegleichen, eine Jahrhundertkatastrophe. Früher gab es so etwas nicht.

Temperaturschwankungen

Und es stimmt. Stellt doch der Weltklimabericht jetzt klar, dass die Zeit der Extreme schon längst begonnen hat. Trotzdem gibt es immer noch Menschen, Klimaskeptiker, die meinen, es gäbe den Klimawandel nicht.

Sie sagen: Natürliche Temperaturschwankungen habe es in der Erdgeschichte schon immer gegeben. Stimmt. Aber merkwürdig ist es schon, dass die Temperaturkurve der Erde aussieht, wie ein Hockeyschläger: ein mehr oder weniger gleichmäßiges Auf und Ab, solange bis die Industrialisierung ins Spiel kommt.

Menschlicher Einfluss

Dann steigt sie so steil an wie nie zuvor. Und dabei hätte es eigentlich kälter werden müssen, weil in den letzten Jahren weniger Sonnenflecken auftraten. Dadurch gab es weniger UV-Licht, das die Erde aufwärmen konnte. Einen Effekt auf das Klima hat die Sonne zwar schon, sie wird aber offensichtlich von dem weitaus größeren, menschlichen Einfluss überlagert.  

Trotzdem haben in der sogenannten Oregon-Petition 31.000 Wissenschaftler unterzeichnet, dass der Klimawandel nicht menschengemacht sei. Das ist Öl im Feuer der Klimaskeptiker, für sie ein Beleg ihrer These. Doch sie sehen nicht richtig hin: Mal abgesehen davon, dass die Anzahl der Forscher nur einen Bruchteil der Wissenschaftler in den USA stellen, haben über 99 Prozent von den Unterzeichnern nachweislich keine Ahnung vom Klima.

Keine Klimaexperten

Sie sind zwar Experten - aber auf einem anderen Gebiet. Ob ihr Standpunkt wirklich aussagekräftig ist, wage ich daher zu bezweifeln.

Zudem gibt es etwas, was wohl alle Klimaskeptiker, Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker gemeinsam haben: Angst. Sie haben Angst vor Veränderungen, davor, dass sich unser System, in dem wir derzeit leben, ändern könnte. Sie wollen ihre Lebensweise nicht hinterfragen und verschließen sich vor den Fakten.

Keine Zweifel

Wer also glaubt, dass überflutete Äcker oder ausgedörrte Weiden nur eine Laune der Natur sind, die die Ausnahme bleiben werden, ist wohl ziemlich naiv. Das ist es ja – wir sollten nicht mehr glauben. Denn man glaubt nur an Dinge, die man nicht beweisen kann.

Die 230 Forscher hinter dem Weltklimabericht beweisen aber: Die Klima wird heißer, Wetterextreme nehmen zu und der Meeresspiegel steigt. Die Daten dazu sind eindeutig, die Rechenmodelle waren noch nie so präzise wie jetzt. Deshalb ist der Klimawandel keine unbequeme Spekulation mehr, sondern Gewissheit. Und wir wissen auch, wer dafür verantwortlich ist: Der Mensch. Ohne Zweifel.

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