Julia Klöckner am Rednerpult auf der Grünen Woche
Jan-Gerd Ahlers | am

Klöckner auf der Grünen Woche: Es gibt Redebedarf

Ministerin Julia Klöckner und Bauernpräsident Joachim Rukwied sprachen auf der Grünen Woche in Berlin. Beide betonten, wie wichtig der Dialog mit den Landwirten sei.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner betonte in ihrer Rede anlässlich der Eröffnungsfeier zur Grünen Woche, dass in Bezug auf die Reformen der europäischen Agrarpolitik Kompromissbereitschaft von allen Beteiligten nötig sein werde. 

"Die Europäische Agrarpolitik wird grüner werden." Das müsse sie auch, um mehr Akzeptanz bei der Bevölkerung zu erlangen. "Aber zum Respekt und zur Wertschätzung gehört auch anzuerkennen, was Landwirte heute schon leisten: kilometerlange Blühstreifen, Vertragsnaturschutz, wechselnde Fruchtfolgen, Reduktion von Pflanzenschutzmitteln“.

Ausblick auf 2020

Klöckner blickt gespannt auf 2020: „Es kommt einiges auf unsere Bauern und uns Agrarpolitiker in Europa zu: GAP plus Brexit plus Green Deal. Das heißt übersetzt: Es gibt weniger zu verteilen, aber mehr zu tun“.
Nach der Wahrnehmung der Ministerin haben sich Wert und Wertschätzung in der Landwirtschaft entkoppelt. Der Druck sei immens, weil jeder Bauer nun viel mehr leisten müsse, als "nur" zu ernähren. Die Landwirtschaft sei gleichzeitig in die Rolle des Missetäters, des Buhmanns geraten. So sei eine ungute Stimmung entstanden.

Redebedarf notwendig

Klöckner sieht  daher Redebedarf: über Zusammenhänge, Erwartungen, und notwendige Veränderungsprozesse. Deshalb möchte sie Dialogforen durchführen. In diesen sollen Landwirte, Umweltverbände, Verbraucher, Medien und Politik an einen Tisch geholt werden. „Wir müssen miteinander reden, zuhören, verstehen und unsere Ziele unter einen Hut bringen. Kompromisse sind nicht automatisch faul, sondern die Königsdisziplin der Demokratie!"

Rukwied sieht Messe als Plattform für Dialog

Bauernpräsident Rukwied auf der Grünen Woche

Bauernpräsident Joachim Rukwied sieht die Messe als die Plattform für den Dialog zwischen Landwirten und Verbrauchern und als Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und der übrigen Gesellschaft. Und an dieser Schnittstelle habe sich seit dem Herbst 2019 einiges getan: Landwirte haben lautstark und sichtbar ihre Anliegen in die Öffentlichkeit, in die Politik und in die Städte getragen.

Protest war für Rukwied wirkungsvoll

Für Rukwied war der Protest deshalb wirkungsvoll, sympathisch und glaubwürdig, weil er mit der klaren Forderung nach Dialog auf Augenhöhe verbunden war. Das Besondere: das Verständnis und die Sympathie von Verbrauchern und Bürgern war erfreulich groß.

Jetzt gehe es darum, echte und wirtschaftlich nachhaltige Zukunftsperspektiven zu schaffen und endlich zu gemeinsamen Lösungen für die Herausforderungen in Klima- und Naturschutz zu kommen. Dieser Veränderungsprozess  brauche Verlässlichkeit. Dazu gehöre ein stabiles EU-Agrarbudget.

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