Julia Klöckner vor krankem Fichtenwald - Vorstellung der Waldstrategie 2050
Christel Grommel | am

Klöckner stellt Waldstrategie 2050 vor

Julia Klöckner stellte heute die Waldstrategie 2050 vor. Vorab kam Kritik von Umweltministerin Svenja Schulze.

Bundeswaldministerin Julia Klöckner wolle mit der Strategie verstetigen, was mit dem ökologischen Waldumbauprogramm in dieser Legislaturperiode auf den Weg gebracht worden sei. Mit 1,5 Milliarden Euro wird im Waldumbauprogramm die Wiederbewaldung von 280.000 Hektar Wald gefördert.

In der Waldstrategie 2050 sollen diese Ziele verfolgt werden: 

  • die Wälder an den Klimawandel anpassen,
  • die Biodiversität besser schützen,
  • eine nachhaltige Waldbewirtschaftung garantieren, die auch dafür sorgt, dass Holz und Holzprodukte dauerhaft CO2 speichern,
  • den Wald als wertvoller Erholungsort für die Bürgerinnen und Bürger erhalten und bei ihnen Bewusstsein für den Wert des Waldes schaffen

Das sind die konkreten Handlungsfelder der Waldstrategie

Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel

  • Die Beratung, Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel wird mit entsprechenden Programmen staatlich gefördert.
  • Wenn CO2-Emissionen bepreist werden, dann muss umgekehrt auch die Klimaschutzleistung der Wälder honoriert werden: Ein System des Bundesministeriums liegt vor. Es muss in der nächsten Legislaturperiode umgesetzt werden.
  • Da der Klimawandel dynamisch ist, müssen auch Programme angepasst werden: Deshalb wird ein zentrales Klimawandel-Monitoring für den Wald etabliert.

Biodiversität

  • Mit der Strategie soll die als naturnah eingestufte Waldfläche weiter ausgebaut werden (aktuell: 76 Prozent).
  • Dafür wird ein Konzept für Waldnaturschutz entwickelt.
  • Staatliche Förderung wird dafür Anreize setzen, zum Beispiel mit einem Programm analog zur jetzigen Bundeswaldprämie.
  • Es wird ein Monitoring aufgesetzt, das Fortschritte und Nachsteuerungsbedarf bei der Biodiversität ermittelt.

Nachhaltige Waldbewirtschaftung

  • Ziel ist, die Holzbauquoten beim Neubau von Wohnungen auf 30 Prozent anzuheben.
  • Gerade die öffentliche Hand muss hier eine Vorbildfunktion einnehmen.
  • Dabei sollen regionale Wertschöpfung und Lieferketten gestärkt werden.

Erholungsort und Bewusstsein

  • Bewusstsein für und Wissen über den Wald werden geschaffen über:
    • Bundeswaldtage und andere Veranstaltungsformate,
    • die "Bundesplattform Wald – Sport, Erholung und Gesundheit",
    • und über das Kompetenz- und Informationszentrum Wald und Holz.

Schulze kritisiert "Alleingang"

Schulze wirft Klöckner einen Alleingang vor. "Im Koalitionsvertrag steht der Auftrag, dass es eine gemeinsame Waldstrategie der Bundesregierung geben soll, aber Frau Klöckner stellt nun etwas vor, bei dem sie nicht einmal den Versuch einer Abstimmung unternommen hat", monierte Schulze.

Dieser nicht abgestimmte Alleingang stelle einen Verstoß gegen den Koalitionsvertrag dar. "Wälder sind mehr als Holzfabriken, sie spielen eine entscheidende Rolle für den Klimaschutz und die Bewahrung der Artenvielfalt", sagte Schulze. "Darüber hätten wir gern mit ihr diskutiert, dazu war sie aber nicht bereit", sagte sie über Landwirtschaftsministerin Klöckner.

Mit Material von BMEL, dpa
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Die Zuckerrübenernte ist gestartet!
  • Vorstellung der Waldstrategie 2050
  • Kartoffelfeldtag in Dorstadt: Anbauverfahren und Pflanztechnik
  • Digitalisierung im Kuhstall

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen