Ferkel in einem Stall mit Stroh und Beschäftigungsmaterial
Christel Grommel | am

Klöckner: Umwelt- und Tierschutz umsetzbar machen

Agrarministerin Julia Klöckner will weitere Umwelt- und Tierschutzvorgaben für die Bauern wirtschaftlich umsetzbar gestalten.

Sie wolle kein "Entweder-Oder", sagte sie in einer Online-Diskussion des Bauernverbands. Es gehe darum, Betriebe wettbewerbsfähig zu halten und realistische Ziele zu formulieren. So sei Insektenschutz wichtig, es könne aber keinen Schädlingsschutz geben. Der Anbau von Obst und Gemüse müsse weiterhin gelingen.

Klöckner drängte auf schnelle Klärungen zwischen Bund und Ländern für die nationale Umsetzung der künftigen EU-Agrarfinanzierung. Dies werde "anstrengend" für die Landwirte werden, aber Umweltleistungen sollten durch Stallumbauten und Investitionen in neue Technik gefördert werden. 

SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch forderte, noch in diesem Jahr zu einem gesellschaftlichen Konsens über die künftige Ausrichtung der Landwirtschaft und die nötige Finanzierung zu kommen. Klöckner müsse dies jetzt in die Hand nehmen. Grünen-Chef Robert Habeck nannte als wichtiges Ziel, den Widerspruch zwischen Lebensmittelproduktion und Ressourcenschutz aufzuheben. Nötig sei auch eine verbindliche Haltungskennzeichnung auf den Produkten, damit Verbraucher wissen, was sie kaufen könnten.

Landwirte wollen weniger in Modernisierung investieren

Viele Landwirte mit Tierhaltung sehen sich jedoch zu den nötigen Umbauten derzeit nicht in der Lage. Laut Konjunkturbarometer Agrar bezeichnet jeder vierte Landwirt mit einer Tierhaltung auf dem heimischen Bauernhof seine finanzielle Lage als angespannt oder sehr angespannt. 

Laut Barometer wollen die Landwirte in den kommenden sechs Monaten 1,8 Milliarden Euro und damit 200 Millionen Euro weniger als im Vorjahreszeitraum in die Modernisierung ihrer Ställe investieren. 

Bauernpräsident Joachim Rukwied forderte eine zügige Umsetzung der Kommissionspläne zum Umbau der Tierhaltung. Dieser müsse endlich Fahrt aufnehmen. Zudem sprach er sich für eine verpflichtende Haltungs- und Herkunftskennzeichnung bei tierischen Produkten aus. "Diese muss die Politik verpflichtend umsetzen. Der Verbraucher muss erkennen können, wofür er sein Geld ausgibt", so Rukwied.

Mit Material von AHO, dpa
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