Traktoren vor dem Brandenburger Tor
Christel Grommel | am

Klöckner warnt vor Radikalisierung der Agrarproteste

Rund um die Agrarmesse Grüne Woche in Berlin sind mehrere Demonstrationen und Proteste der Landwirte angekündigt. Im Zuge dessen sorgt sich Julia Klöckner um ein unsachliches Aufheizen und eine Verhärtung der Fronten.

Die Warnung vor Radikalisierung gelte sowohl für agrarkritische Nichtregierungsorganisationen als auch manche Bauernproteste, sagte die Ministerin. Es gebe unter den Landwirten „radikale Aufrufe, vor allem in den digitalen Netzwerken.“

Konkret nennt sie die aufgestellte Behauptung, Deutschland sei kein Rechtsstaat mehr. Klöckner will eine Verhärtung der Fronten verhindern: „Ich habe Sorge, dass dieses Aufheizen sachlichen Gesprächen den Boden entzieht und die Stimmung in der Gesellschaft sich gegen die Bauern manifestiert.“

Rukwied: Kritik ungerechtfertigt

Bauernpräsident Joachim Rukwied wies auf den Konflikt hin, der durch große Bemühungen der Bauern und dennoch stattfindender Kritik auf der anderen Seite entstünde. „Die Landwirte erwarten zu Recht Anerkennung dafür, dass sie vieles umsetzen, was von ihnen im Bereich Umwelt- und Naturschutz gefordert wird, etwa beim Thema Biodiversität und Tierwohl“, forderte Rukwied einen fairen Umgang ein.

Die Kritik treffe die Bauern sehr. „Viele sagen, das Maß ist voll, und wollen das so nicht länger akzeptieren. Der Aktionsplan Insektenschutz und die Düngeverordnung haben das Fass zum Überlaufen gebracht.“

Die Düngemittelverordnung war auch Anlass zu Protesten gewesen. Bei diesen wurde die Befürchtung der Landwirtschaft laut, nicht mehr in der Mitte der Gesellschaft, sondern an deren Rand zu stehen.

Mit Material von dpa
Das könnte Sie auch interessieren