Ein Dorf aus Fachwerkhäusern
Meinung | Jan-Gerd Ahlers | am

#Kommunalwahlen2021: Die Politik fängt im Dorf an

Landwirtschaft und das dörfliche Leben vor Ort gehören zusammen. Das ist ein Grund mehr, die Politik auf kommunaler Ebene mitzugestalten und mitzubestimmen.

Gerade in die Kommunalpolitik können Bürgerinnen und Bürger sich gut einbringen. Am 12. September wird gewählt, aber schon in diesen Wochen werden die Weichen gestellt, sprich die Kandidaten-Listen erstellt.

Der Konsens fehlt

So viel lässt sich schon jetzt sagen: Die Agrarier geraten allmählich auf die Rote Liste, auch bei den „Schwarzen“. Dabei ist die gesellschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft gerade in einem Flächenland wie Niedersachsen groß.

Mit dem Konsens zwischen Landwirtschaft, Gesellschaft und Politik steht es nicht zum Besten. Vielfach gescholten, von Krisen gebeutelt, von der Politik gegängelt – so fühlt sich eine Branche, die für unsere Gesellschaft existenziell ist: die Landwirtschaft.

Einfluss auf die Politik nehmen

Politik, die ist oft ganz weit weg. Viele Bürger, auch Bauern, meinen, auf Politik könnten sie keinen Einfluss nehmen. Junge Menschen halten Parteien für verstaubt und Kommunalpolitik für verschlafen.

Den großen Rahmen steckt sicher die Politik in Hannover, Berlin oder Brüssel ab, die Umsetzung aber muss jeder Landwirt mit den Genehmigungsbehörden vor Ort ausfechten.

Dorfleben gestalten

Nirgendwo sind die Chancen der Mitwirkung so gut wie auf kommunaler Ebene. Hier sind wir nah dran am Geschehen: bei der Bauleitplanung, dem Bau und der Unterhaltung von Straßen und Wegen, der Flurbereinigung oder der Ausweisung von Schutzgebieten. In den Sitzungen wird leidenschaftlich diskutiert und argumentiert (siehe unser „Thema der Woche“ ab Seite 12).

Die politischen Weichen mit stellen

Der Bau von Stromautobahnen und Gasleitungen wird kontrovers diskutiert. Landwirte zählen durch den Verlust von Flächen zu den direkt Betroffenen. Es wird auch über Entwicklungschancen der Betriebe entschieden.

Eine Dorfentwicklung ohne Landwirtschaft gibt es nicht. Und Kommunalpolitik endet nicht am Ortausgangsschild.

Zum konstruktiven Dialog beitragen

Grundsätzlich geht es um einen fairen Ausgleich zwischen den gesellschaftlichen Erwartungen an die Landwirtschaft einerseits und den Interessen der Landwirte anderseits. Das An-den-Pranger-stellen muss durch einen konstruktiven Dialog ersetzt werden.

Da gibt es viel zu erklären. Ab und an wäre sicherlich mehr Fingerspitzengefühl und Augenmaß wünschenswert. In den Fraktionen und Ratsgremien kann jedes Ratsmitglied dazu beitragen, Verständnis füreinander zu wecken und dabei auch die Bedürfnisse der Betriebe zu sehen

Landwirte müssen mitmischen

Die Entscheidungen über die Zusammensetzung der Kommunalparlamente haben Einfluss auf die Lebenssituationen der Menschen vor Ort. Orts- und Gemeinderäte, Bürgermeister sowie Kreistags- und Regionsabgeordnete stehen am 12. September zur Wahl.

Nutzen wir die Chance, auch im Kleinen, zur Gestaltung beizutragen, sonst werden wir gestaltet. Mit der Bereitschaft zur Kandidatur gibt es jetzt sofort die Chance, den ersten Schritt zu tun.

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