Photovoltaik auf dem Dach einer Scheune

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Josef Koch | am

Konjunkturbarometer: Bessere Stimmung - mehr Investitionen

Die besseren Wirtschaftsergebnisse verbessern die Stimmung der Bauern. Sie wollen auch wieder mehr investieren.

Nach langer Durststrecke und schlechten Stimmungsbildern bewerten die Landwirtinnen und Landwirte ihre wirtschaftliche Lage zu Jahresbeginn 2023 besser. Auch die Investitionsabsichten haben sich verbessert. Das zeigt die jüngste Ausgabe des Konjunktur- und Investitionsbarometers Agrar des Deutschen Bauernverbands (DBV). Der Stimmungs-Index kletterte von 8,4 auf 14,9 Punkte. Dieses Niveau wurde zuletzt Mitte 2021 erreicht.

Eine Momentaufnahme

„Dieses Stimmungsbild bildet eine Momentaufnahme ab, die auf verbesserten Betriebsergebnissen des letzten Wirtschaftsjahres beruht“, kommentierte Joachim Rukwied die Ergebnisse bei der Fragerunde vor Agrarjournalisten auf der Grünen Woche. Er warnte aber vor einer Eintrübung. Perspektivisch sei das Stimmungsbild schlechter, die wirtschaftlichen Aussichten seien bereits jetzt wieder leicht eingetrübt. Die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse scheinen in einigen Bereichen das aktuelle Niveau nicht halten zu können, so Rukwied.

Bröckelnde Agrarpreise

Der Milchpreis war zwar seit dem Spitzenwert im April 2022 schon wieder im Sinkflug, aber auch im Dezember noch fast doppelt so hoch wie in den Vorjahren. Ähnliches war beim Weizen und beim Raps zu beobachten. Eine stimmungsaufhellende Wirkung dürften auch die angekündigten staatlichen Entlastungen bei den Energiepreisen entfaltet haben. Diese Faktoren haben die belastenden Einflüsse wie hohe Dünger- und Futterkosten sowie die Probleme in der Agrar- und Finanzpolitik nach Einschätzung des DBV offenbar mehr als aufgewogen.

Fast ein Viertel mehr Investitionen

Dementsprechend entwickelten sich auch die Investitionsplanungen. Obgleich die Zahl der investitionswilligen Landwirtschaftsbetriebe leicht zurückgegangen ist, stieg das geplante Investitionsvolumen von 5 auf 5,8 Mrd. € an, also um knapp ein Viertel. Verstärkt wollen die Landwirte in erneuerbare Energien und in Landkauf investieren. So sind in Erneuerbare Energien rund 1,4 Mrd. € geplant, plus 600 Mio. €. In Landkäufe wollen die Landwirte mit 1,4 Mrd. € rund 300 Mio. € mehr investieren als vor einem halben Jahr. Investitionen in Maschinen/Geräte und Wirtschaftsgebäude werden seltener geplant und sind im Volumen tendenziell stagnierend.

Süddeutsche Betriebe sind optimistischer

Im Gegensatz zur aktuellen verbesserten Stimmungslage beurteilen die Landwirte die allgemeinen Zukunftsaussichten weiter recht verhalten. Besonders verschlechtert haben sich die Zukunftserwartungen der Landwirte im Jahresvergleich im Norden und Osten. In Süddeutschland dagegen hat Optimismus Raum gewonnen. Die Zukunftserwartungen der Ackerbaubetriebe sind gegenüber dem Herbst 2022 leicht gestiegen, die der Berufskollegen in den Futter- und Veredlungsbetrieben sind dagegen schlechter.

Landwirte erwarten wenig Auswirkungen des Ukraine-Kriegs

Keine dramatischen Auswirkungen auf die Agrarproduktion erwarten die Landwirte vom russischen Krieg gegen die Ukraine. Mehrheitlich bestätigten die Befragten, dass sie keinerlei Einschränkung ihrer Tätigkeit planen. Im Gegenteil, die meisten Befragten sprachen sich dafür aus, dass Acker-Stilllegungsflächen aufgrund der durch den Krieg verschärften globalen Versorgungslage weiter wieder voll für die Produktion genutzt werden sollten.

In Zukunft müssen Praktiker ihre eingesetzten Pflanzenschutzmittel nach Fläche und Kultur erfassen.

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