"Die Politik hört uns, wir bekommen Verständnis. Aber es fehlen Ergebnisse", sagt Dirk Andresen, Sprecher von "Land schafft Verbindung" (LsV) im Video. Er kündigt an, dass am 5. März 2020 erneut Bauern mit ihren Traktoren bundesweit auf die Straßen gehen. "Wir brauchen die Solidarität aller Bevölkerungsteile für die Landwirtschaft. Wir verlieren sonst unsere Bauern in Deutschland."

In den sozialen Kanälen haben bereits zahlreiche Landwirte bundesweit bekundet, wieder dabei zu sein. Vertreter der nordrhein-westfälischen Landesgruppe von "Land schafft Verbindung" empfehlen, die für Donnerstag angesetzten Treckerdemos abzusagen. Hintergrund sei das Corona-Virus.

Anne-Maria Revermann | am

Land schafft Verbindung: Treckerdemos gehen am 5. März weiter

"Land schafft Verbindung" kündigt Bauerndemos für den 5. März an. Demonstriert werden soll u.a. vor dem Umweltbundesamt in Dessau. Doch auch im Norden sind wieder tausende Trecker auf der Straße.

Aktualisiert: Bauerndemos im Norden

Deutschlandweit demonstrieren heute (5. März) wieder Landwirte gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. Neben der Hauptkundgebung in Dessau vor dem Umweltbundesamt, sind im Land Bremen zwei Demos angekündigt. Auch in Hamburg und Kiel wird es Treckerdemos geben. Nach Angaben der Polizei werden dort je mindestens 1.000 Trecker erwartet.

Kundgebung vor Umweltbundesamt in Dessau

Am 5. März um 11 Uhr soll eine Kundgebung vor dem Umweltbundesamt in Dessau (Sachsen-Anhalt) stattfinden. Um 14 Uhr wird die Veranstaltung beendet. Das geht aus einer Mitteilung von "Land schafft Verbindung Deutschland" (LsV) hervor.

Abfahrt von den Sammelpunkten aus ist um 10 Uhr, eine halbe Stunde vorher bittet LsV dort zu sein.

  1. Sammelpunkt: Nähe Sonnenallee, Dessau-Roßlau
  2. Sammelpunkt: Luchplatz, Dessau-Roßlau
  3. Sammelpunkt: Alte Landebahn, Dessau-Roßlau

 

Für diese Themen demonstrieren Bauern:

Auf der Kundgebung vor dem Umweltbundesamt in Dessau geht es den Landwirten um folgende Punkte:

  1. Aussetzen der Düngeverordnung und Prüfung der Nitratberichte
  2. Deutsche Lebensmittelproduktion sicherstellen
  3. Zukunftskommission umsetzen

zu 1) Die geplante Düngeverordnung verstößt nach Ansicht von Land schafft Verbindung Deutschland nicht nur gegen die gute fachliche Praxis, sondern auch gegen die Vorschriften der Nitratrichtlinie. Die Bundesrepublik komme ihren Verpflichtungen gegenüber der EU und gegenüber der deutschen Landwirtschaft nicht nach. Die Bundesrepublik benachteilige ihre eigenen Landwirte gegenüber den europäischen Mitbewerbern. Es wurden irreführende Nitratwerte an die Europäische Union gemeldet. Es bestehe die Notwendigkeit, alle bisherigen Nitratberichte, die an die Europäische Union gemeldet
wurden, zurückzunehmen und einer gründlichen Überprüfung zu unterziehen. Somit sei auch ein Aussetzen der Düngeverordnung unabdingbar.

zu 2) Für die heute vielfach noch regional verankerte Landwirtschaft, und somit für viele Arbeitsplätze, stelle die aktuelle Agrarpolitik, insbesondere die neue Düngeverordnung, eine ernstzunehmende Gefahr dar, so LsV. Durch die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten sei die Versorgung der Bevölkerung in Deutschland mit sicheren, qualitativ hochwertigen und geprüften Lebensmitteln aus der Region nicht gewährleistet. Jederzeit können Lieferketten abreißen, z.B. aufgrund globaler Wirtschaftskrisen oder kritischer Situationen - wie aktuell dem Coronavirus.

zu 3) Mit der aktuellen deutschen Agrarpolitik würden bäuerliche Existenzen und Naturräume auf der ganzen Welt zerstört. Verlässliche, zumutbare und langfristige Rahmenbedingungen sowie Planungssicherheit seien nötig. Bereits im Dezember erhielt LsV gemeinsam mit dem Deutschen Bauernverband (DBV) von Bundeskanzlerin Angela Merkel den Arbeitsauftrag, eine Zukunftskommission zu gründen, um gemeinsam Lösungsansätze für Rahmenbedingungen der künftigen Landwirtschaft zu entwickeln. LsV stehte in den Startlöchern - aber auch dieser Kommission wird derzeit von anderer Seite keine Aufmerksamkeit entgegengebracht.

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