Wölfe im Schnee
Christel Grommel | am

Landvolk: 500 Wölfe wären Zumutung

Landvolk-Vizepräsident Ehlers sieht eine Obergrenze von 300 Tieren in Niedersachsen als gerade noch akzeptabel an.

"500 Wölfe allein in Niedersachsen gehen weit über das erträgliche Maß unserer Weidetierhalter und dicht besiedelten Kulturlandschaft hinaus. Das sind so viele Wölfe wie Frankreich insgesamt akzeptiert. Wenn Umweltminister Lies sich das französische Modell zum Vorbild nehmen will, muss für Niedersachsen deshalb ein deutlich geringerer Bestand her", findet Jörn Ehlers.

Mit aktuell 35 Rudeln, was etwa 350 Wölfen entspricht, sei die Grenze des Ertragbaren erreicht. Ehlers sagte, das Landvolk unterstütze Lies darin, dass es einen Bestand geben müsse, der den Erhalt, aber auch die Akzeptanz der Tierart sichere. Der Zuwachs darüber hinaus müsse erlegt werden, eine Regulierung ab einem Bestand von 500 Wölfen sei für die Weidetierhalter aber eine Zumutung. So habe die Weidetierhaltung mit Schafen, Ziegen, Kühen und Pferden in Niedersachsen keine Chance mehr.

Weil will mehr Abschüsse

Lies hatte vergangene Woche Medien gegenüber geäußert, dass er sich für Niedersachsen nicht mehr als 500 Wölfe - davon 100 Alttiere - "vorstellen könne". Derzeit wird die Zahl der Alttiere, die älter als drei Jahre sind, auf etwa 75 geschätzt. Im Falle einer Überschreitung der Zielgröße plädiert Lies für das "Französische Modell", das auch den Abschuss "überzähliger" Tiere einschließt.

Der Förderverein der Deutschen Schafhaltung (FDS) zeigte sich ebenfalls empört von Lies´ Vorschlägen, der nach seinem Verständnis einen weiteren Aufbau des niedersächsischen Wolfsbestands zulassen würde. Dabei seien viele Landwirtschaftsbetriebe schon jetzt an ihre Grenzen gelangt und Existenzen massiv gefährdet. Vor diesem Hintergrund bekräftigte der Verein seine Forderung nach einem konsequenten Wolfsmanagement. Um die Schäden zu begrenzen, müsse es Schutzjagden nach dem Vorbild Schwedens geben. 

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil hält mehr Abschüsse von Wölfen für nötig, um Nutztiere im Land wirksamer vor Rissen schützen zu können. "Wölfe, die auf Pferde und Rinder gehen, verhalten sich nicht artgerecht", sagte er. Die neue Wolfsverordnung müsse den Weg für energischeres Vorgehen frei machen. 

Weil sagte, er setze darauf, dass es bald mehr Abschüsse gebe. Man dürfe das Verhalten mancher Wölfe nicht verharmlosen. 

Mit Material von Landvolk Niedersachsen, dpa, AgE

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